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Kenianerin Dekha Ibrahim Abdi : Hessischer Friedenspreis für muslimische Aktivistin

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Friedenspreisträgerin Dekha Ibrahim Abdi flankiert vom ehemaligen Landtagspräsidenten Karl Starzacher (links) und Landtagspräsident Norbert Karmann beim Eintrag ins Gästebuch des Parlaments Bild: dpa

Die muslimische Friedensaktivistin Dekha Ibrahim Abdi ist mit dem Hessischen Friedenspreis 2009 geehrt worden. Die Kenianerin ist erst die zweite Frau, die die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten hat.

          Die muslimische Friedensaktivistin Dekha Ibrahim Abdi ist mit dem Hessischen Friedenspreis 2009 geehrt worden. Die Kenianerin bekam die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Feierstunde in Wiesbaden. Mit dem Preis wird das Engagement der Afrikanerin für friedliche Konfliktlösungen und interreligiöse Zusammenarbeit gewürdigt.

          Dekha Ibrahim Abdi ist die zweite Frau, die den Hessischen Friedenspreis erhält. Die Auszeichnung wird seit 1994 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um Völkerverständigung und Frieden verdient machen.

          „Sie haben großen Mut bewiesen“, sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zur Arbeit der Afrikanerin. Sie sei ein Vorbild, dass man sich nicht mit dem Zustand der Welt abfinden müsse, sondern etwas ändern könne. Afrika werde zu oft als verlorener Kontinent gesehen, dabei sei es ein „zukünftiger Kontinent“.

          Geld soll Friedensbibliothek zufließen

          Abdi habe in ihrer gemischt-religiösen Heimat Wajir im Nordosten Kenias erste Erfahrungen mit Friedensarbeit gesammelt, berichtete Monika Lüke, die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Vor zwei Jahren habe Abdi versucht, in der Hauptstadt Nairobi die blutigen Unruhen nach der umstrittenen kenianischen Präsidentenwahl zu stoppen. Abdi sei „Muslima, Kenianerin und Frau.“ Ihr islamischer Glaube sei die Kraftquelle ihrer Arbeit.

          Die Preisträgerin nahm den Preis für alle Friedensarbeiter in Kenia entgegen. Das Preisgeld werde sie einer Friedensbibliothek und einem Friedensmuseum in ihrer Heimat Wajir stiften, denn Bildung sei der Schlüssel zum globalen Frieden. Der Hessische Friedenspreis war 1993 von dem früheren SPD-Ministerpräsidenten Albert Osswald begründet worden. Preisträger 2008 war der amerikanische Senator Sam Nunn.

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