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Junge Mutter verurteilt : Baby mit Schere getötet: Neun Jahre Haft

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„Wer so zusticht, weiß, was er tut, will, dass das Kind stirbt”, sagte der Vorsitzende Richter Volker Mütze Mitte, hier bei einer früheren Verhandlung) bei der Urteilsbegründung Bild: dpa

Weil sie ihr Baby kurz nach der Geburt mit Scherenstichen in Brust und Hals getötet hat, muss eine 22 Jahre alte Mutter aus Fuldabrück für neun Jahre ins Gefängnis. „Der Strafausspruch ist Schuld und Tat angemessen“, meinte die Anklägerin zu dem Urteil des Landgerichts Kassel.

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          Weil sie ihr Baby getötet hat, muss eine 22 Jahre alte Mutter aus dem nordhessischen Fuldabrück für neun Jahre ins Gefängnis. Das entschied das Landgericht Kassel. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau ihr neugeborenes Baby im Juli 2009 vorsätzlich mit Scherenstichen in Brust und Hals tötete. „Wer so zusticht, weiß, was er tut, will, dass das Kind stirbt“, sagte der Vorsitzende Richter Volker Mütze bei der Urteilsbegründung. Die Frau habe das Kind nicht gewollt und die Schwangerschaft innerlich abgelehnt, sagte er über die zierliche Frau, die das Urteil mit gesenktem Kopf unter Tränen entgegen nahm.

          Die junge Mutter hatte das Mädchen auf einer Toilette im Haus ihrer Eltern zur Welt gebracht. Die Schwangerschaft hatte sie vor ihrer Familie und ihrem Freund, mit dem sie bereits eine Tochter hat, geheim gehalten. Nach der Tat versteckte sie das tote Kind in einer Tasche hinter einem Schrank. Danach fuhr sie mit ihrer Mutter wegen Schmerzen in eine Klinik und berichtete von einer Fehlgeburt. Ärzte riefen die Polizei, weil sie sich sicher waren, dass die Frau hochschwanger gewesen sein muss und nicht erst seit kurzem, wie sie es vorgab.

          „Strafausspruch ist sicher Schuld und Tat angemessen“

          Die Staatsanwaltschaft, die zunächst Anklage wegen Mordes erhoben, schließlich aber zehn Jahre Haft wegen Totschlags gefordert hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. „Der Strafausspruch ist sicher Schuld und Tat angemessen“, sagte die Oberstaatsanwältin Andrea Boesken. Die Verteidigung hatte auf Totschlag in einem minder schweren Fall plädiert, das Strafmaß aber den Richtern überlassen.

          Verteidiger Dieter Reinemann kündigte an, eventuell Revision einzulegen. Seine Mandantin habe in der ohnehin „psychischen Ausnahmesituation“ der Entbindung „irrational“ gehandelt und das Kind getötet, hatte Reinemann in seinem Plädoyer betont. Sie habe die Reaktionen ihrer Familie und die ihres Freundes, mit dem sie eine problematische Beziehung habe, gefürchtet.

          Erst vor einer Woche hatte das Landgericht eine 33 Jahre alte Frau aus Bad Wildungen wegen Mordes an ihrem Baby zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Auch sie hatte ihre Schwangerschaft geheim gehalten (Kasseler Babymord-Prozess: Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt).

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