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Hessischer Arbeitsmarkt : Der Aufschwung hilft vor allem der Jugend

Bild: F.A.Z.

Die Arbeitslosigkeit ist in Hessen so niedrig wie lange nicht. Doch nicht alle profitieren davon. Während junge Menschen leichter einen Job finden, tun sich ältere schwer. Und Ausländer auch. Andererseits sind 83.000 Stellen, wie die Wirtschaft sagt.

          Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von bis zu 25 Jahren ist in Hessen binnen Jahresfrist um 18 Prozent gesunken. Lediglich 17.000 junge Leute wurden im Oktober noch in der Arbeitslosenstatistik geführt. Die Arbeitslosenquote lag mit 5,2 Prozent unter dem Durchschnitt; über alle Altersgruppen gerechnet waren im zu Ende gehenden Monat in Hessen 5,9 Prozent derjenigen, die grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, erwerbslos gemeldet.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          „Junge Arbeitslose unter 25 Jahren profitieren weiterhin von der positiven Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt“, resümierte die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, nicht ohne auch auf die Schattenseite dieser Entwicklung zu verweisen: „Ältere und Langzeitarbeitslose profitieren immer noch unzureichend oder gar nicht von der Belebung der Wirtschaft. Tatsächlich liegt die Arbeitslosenquote bei denjenigen, die über 49 Jahre sind, mit 6,6 Prozent über dem Durchschnitt und sank binnen Jahresfrist kaum, ebensowenig wie die der Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Zu denjenigen, bei denen der Aufschwung ebenfalls nur unzureichend ankommt, zählen auch die in Hessen lebenden Ausländer. Ihre Arbeitslosenquote liegt mit 13,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt.

          15.000 Arbeitslose weniger als 2009

          Alles in allem aber ist der Aufschwung am Arbeitsmarkt angekommen. In ganz Hessen waren im Oktober noch 184.000 Menschen arbeitslos gemeldet, ein Wert, der gut 100.000 unter dem vor fünf Jahren erreichten Spitzenwert liegt und 15.000 unter dem Wert vor Jahresfrist. „Die Branchen, die im letzten Jahr am stärksten betroffen waren, haben sich mittlerweile erholt“, berichtete Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. Dabei profitiert die Gegend um Kassel besonders: Die Arbeitslosenquote liegt in Nordhessen mit 5,6 Prozent inzwischen niedriger als in der Mitte des Landes, wo sie 5,9 Prozent beträgt, und in Südhessen, wo sie bei 6,0 Prozent liegt. Das Rhein-Main-Gebiet habe augenblicklich das Nachsehen, erläuterte Martin. Banken und Versicherungen bauten Stellen ab.

          Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände nahm die Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen zum Anlass, für eine gesteuerte Zuwanderung und eine bessere Integration der in Deutschland lebenden Zuwanderer zu werben. „Nach vielen Jahren der Klagen über die angeblich ausgehende Arbeit wird jetzt immer deutlicher, dass wir im Gegenteil auf einen Arbeitskräftemangel zusteuern“, sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Organisation, die auch wie in jedem Monat darauf hinwies, dass es in Hessen weitaus mehr offene Stellen gebe als von der Arbeitsverwaltung gemeldet.

          Verband: 83.000 offene Stellen

          Während die offizielle Statistik für den Oktober in Hessen 36.000 unbesetzte Arbeitsplätze auswies, berichtete die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, es seien in Wahrheit 83.000. „In nahezu allen Berufen gibt es ein großes Feld an Beschäftigungschancen.“

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