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Wohnungen durchsucht : Hells-Angels-Türsteher unter Bestechungsverdacht

Unter Bestechungsverdacht: 91 Männer aus der Hells-Angels-Szene sollen Geld für eine Bescheinigung der IHK bezahlt haben. Bild: dpa

91 Hells-Angels-Rocker aus Rhein-Main sollen die IHK bestochen haben, damit sie als Türsteher arbeiten dürfen. Pro Person sollen bis zu 1000 Euro geflossen sein.

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          Türsteher aus Hessen mit Bezug zu den Hells Angels sollen sich widerrechtlich Genehmigungen verschafft haben, um als Sicherheitspersonal in Clubs und Diskotheken eingesetzt zu werden. Wie das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag mitteilte, führt die Behörde gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Hanau derzeit Ermittlungsverfahren gegen 91 Beschuldigte. Ihnen wird vorgeworfen, Mitarbeiter der IHK Neubrandenburg bestochen zu haben.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Männer waren schon im Juli in den Fokus der Behörden gerückt. Bis zu 1000 Euro sollen sie den Prüfern der IHK gezahlt haben. Diese stellten den Anwärtern dafür die Sachkundebescheinigung aus, die gemäß der Gewerbeordnung für die Türstehertätigkeit erforderlich ist. Von den 91 Prüfungsteilnehmern aus dem Rhein-Main-Gebiet hatten alle die Sachkundeprüfung bestanden, wie das LKA mitteilte. „Normalerweise liegt die Durchfallquote bei 40 bis 60 Prozent“, so ein Sprecher.

          Um den Verdacht zu erhärten, durchsuchte das LKA am Dienstag insgesamt sechs Objekte in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern; unter anderem handelte es sich um Wohnungen und ein Sportstudio. Es wurden schriftliche Unterlagen, ein Handy und ein Schlagring sichergestellt. Die Daten und die Unterlagen würden nun ausgewertet, so der LKA-Sprecher. Bereits im Juli hatten die Ermittler zehn Wohnungen von Prüfungsteilnehmern und die Büroräume der IHK Neubrandenburg durchsucht.

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