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Germania Magna in Waldgirmes : Sensationsfund“: Goldener Pferdekopf aus Römerzeit

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Archäologen haben in der römischen Stadt Germania Magna in Waldgirmes einen goldenen Pferdekopf einer Reiterstatue aus der Römerzeit entdeckt. Sie sprechen von einem „Sensationsfund“. Und: „Einen Fund solcher Qualität hat es in Deutschland bisher nicht gegeben“.

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          Einen „Sensationsfund“ haben Archäologen nach Angaben des hessischen Wissenschaftsministeriums bei Ausgrabungen in der römischen Stadt Germania Magna in Waldgirmes bei Gießen gemacht. Die Forscher fanden in einem Brunnen den lebensgroßen Pferdekopf einer vergoldeten bronzenen Reiterstatue und einen Schuh des Reiters.

          Bei Ausgrabungen in Wetzlar-Dalheim unweit von Waldgirmes war erst im Frühjahr ein 118 Gramm schweres und rund 2000 Jahre altes Bronzefragment gefunden worden, das Teil einer lebensgroßen vergoldeten Reiterstatue war („Sensationsfund“ in Wetzlar: 2000 Jahre altes vergoldetes Fragment).

          „Einen Fund solcher Qualität und Erhaltung hat es in Deutschland bisher nicht gegeben“, hieß es aus dem Ministerium. Zwar sei vor längerer Zeit auch in Augsburg ein Pferdekopf gefunden worden. Der sei aber nicht so aufwendig gearbeitet wie der Fund von Waldgirmes. In Waldgirmes werden seit Jahren Fragmente der Statue ausgegraben.

          Einzelheiten werden am Donnerstag gezeigt

          Nach ersten Untersuchungen gehören die Fundstücke zu einem Reiterstandbild des Kaisers Augustus, der von 23 vor bis 14 nach Christus regierte. Er war also auch Imperator des Römischen Reiches, als in Betlehem oder Nazaret Jesus Christus als sein Untertan geboren wurde. „Aufgrund der Fundlage ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, die Statue auf wenige Jahre genau zu datieren ­ und einen Zusammenhang zu den Ereignissen im Umfeld der Varusschlacht vor 2000 Jahren herzustellen“, hieß es aus dem Ministerium.

          In der „Schlacht im Teutoburger Wald“ hatten im Jahr 9 germanische Krieger eine ganze römische Armee aufgerieben. Nach der Niederlage zogen die Römer sich aus den rechtsrheinischen Gebieten Germaniens zurück und zerstörten vieles, was sie nicht mitnehmen konnten - womöglich auch die Statue. Einzelheiten zu dem Fund will Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) zusammen mit Archäologen am kommenden Donnerstag präsentieren.

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