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Eintracht-Stürmer : Vorkämpfer gegen Kriminalität

  • -Aktualisiert am

Rücksicht: Ioannis Amanatidis setzt sich für die gewaltfreie Lösung von Konflikten ein Bild: Wonge Bergmann

Seit zwei Jahren ist Ioannis Amanatidis nicht nur auf dem Rasen aktiv, sondern er wirbt auch als „Botschafter“ des Landespräventionsrats für die gewaltfreie Lösung von Konflikten. Der Eintracht-Stürmer hilft, Jugendliche vor dem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren.

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          Ioannis Amanatidis weiß, was es bedeutet, als junger Ausländer nach Deutschland zu kommen, ohne ein Wort zu verstehen. Im Alter von neun Jahren zog er mit seinen Eltern und drei Geschwistern von Nordgriechenland nach Stuttgart, und die Integration fand zunächst im Sportverein statt: Dort fand der kleine Ioannis Freunde, dort lernte er schnell die Sprache seines neuen Heimatlandes. Heute ist der 27-Jährige Kapitän des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und griechischer Fußballnationalspieler, und er antwortet auf die Frage, ob er sich als Grieche oder Deutscher fühle: „beides“. Durch den Fußball und das Gemeinschaftserlebnis im Verein, sagt Amanatidis rückblickend, sei für ihn alles viel einfacher geworden.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seit zwei Jahren ist der Stürmer nicht nur auf dem Rasen aktiv, sondern er wirbt auch als „Botschafter“ des Landespräventionsrats für die gewaltfreie Lösung von Konflikten und hilft, Jugendliche vor dem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. Und nachdem er im vergangenen Jahr seinen Vertrag mit Eintracht Frankfurt bis 2012 verlängert hat, bleibt Amanatidis nun auch dem Land als prominenter Helfer in Sachen Kriminalitätsprävention erhalten. Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) konnte den Sportler überzeugen, dass er als Vorzeigevorbild für junge Männer und Frauen unersetzlich sei.

          Beispiel gelungener Integration

          Amanatidis, den der damalige Justizminister Jürgen Banzer (CDU) vor zwei Jahren für die Botschafterfunktion gewonnen hatte, wird also weiterhin in Kinospots vor dem Wegschauen bei Straftaten warnen, bei vier oder fünf Terminen jährlich in Schulen und Vereinen von seinen persönlichen Erfahrungen als jugendlicher Immigrant berichten und seinen Zuhörern Mut und Hoffnung machen. Sich nicht hängenlassen, sondern sich Ziele setzen und darauf hinarbeiten lautet sein Credo. Und vor allem: Kommunikation statt Gewalt.

          Der Frankfurter sei als herausragender Sportler und als Beispiel gelungener Integration ein Vorbild für die Jugend, lobte Hahn in Wiesbaden. Kaum jemand könne besser als Amanatidis vermitteln, dass es für alle Menschen gültige Werte und Regeln gebe und Gewalt keine Lösung sei. Der Führungsspieler der Eintracht soll dazu beitragen, Zugang zu einer besonderen Zielgruppe der Präventionsarbeit zu finden: Männliche Vierzehn- bis Fünfundzwanzigjährige sind viel häufiger an Straftaten beteiligt als andere Altersgruppen. Dass der Frankfurter auch auf junge Mädchen und Frauen Eindruck macht, ist dabei aus Sicht des Landespräventionsrats kein Nachteil.

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