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DGB-Reichtumsuhr : Reichtum im Sekundentakt

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Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Uhr als Pendant zur Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler aufgestellt Bild: dapd

Nicht nur die Staatsschulden wachsen hierzulande jede Sekunde, auch der private Reichtum nimmt ständig zu: Dies zeigt die „Reichtumsuhr“ am DGB-Haus in Frankfurt. Es ist das Pendant zur Schuldenuhr des Steuerzahler-Bunds.

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          Nicht nur die Staatsschulden wachsen in Deutschland jede Sekunde, auch der Reichtum der privaten Haushalte nimmt ständig zu: Dies zeigt die „Reichtumsuhr“ am Haus des DGB Thüringen-Hessen in Frankfurt. Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Uhr als Pendant zur Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler aufgestellt. Die Zahlen basieren auf dem statistisch errechneten privaten Nettovermögen von Personen im Alter von mindestens 17 Jahren.

          Als Grundlage dient die Entwicklung des Gesamtvermögens zwischen den Jahren 2002 und 2007, wie sie vom Institut für Wirtschaftsforschung ermittelt wurde. Die Reichtumsuhr schreibt diese Werte fort. „Wo Armut ist, ist auch Reichtum“, sagte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, bei der Präsentation. Festzuhalten sei, dass der Staatsverschuldung in Höhe von rund zwei Billionen Euro ein „explodierendes Vermögen“ gegenüberstehe. Der private Reichtum in Deutschland lasse sich momentan auf rund 7,2 Billionen Euro beziffern, und er wachse jede Sekunde um 5888 Euro.

          Wiederholtes Plädoyer für Vermögensteuer

          Der Wohlstand sei jedoch sehr ungleich verteilt: Die oberen zehn Prozent der privaten Haushalte besitzen laut DGB rund 4,5 Billionen Euro, die unteren zehn Prozent sind dagegen mit etwa 13 Milliarden Euro verschuldet. Zugleich nehme die Staatsverschuldung immer mehr zu, und Geld für Bildung, Erziehung oder erneuerbare Energien stehe nicht ausreichend zur Verfügung, sagte Körzell. Nach Angaben des DGB sind die hiesigen vermögensbezogenen Abgaben mit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu niedrig. Ein hohes Einkommen und große Vermögen müssten „angemessen“ besteuert werden; die Abgaben sollten sich zumindest am OECD-Durchschnitt orientieren, sagte Körzell.

          Dieser Wert liegt laut OECD bei 1,8 Prozent. Würde die Vermögensteuer - bei einem Freibetrag von 500.000 Euro - auf ein Prozent erhöht, brächte das jährlich zusätzliche Staatseinnahmen in Höhe von rund 20 Milliarden Euro ein, rechnete Matthias Körner vom DGB Hessen-Thüringen vor. Allein dem Land Hessen stünden nach seinen Worten weitere 1,4 Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung. Diese Berechnungen zeigen aus der Sicht von Körzell, dass Deutschland „ein Einnahmeproblem und kein Ausgabenproblem hat“.

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