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Bergpark auf der Wilhelmshöhe : Kassel erwartet Nominierung für 2012

  • -Aktualisiert am

Könnte bald zum Weltkurlturerbe der Unesco zählen: die Wasserspiele im Kasseler Bergpark Bild: dpa

2012 entscheidet die Kultusministerkonferenz über den Antrag auf Bewertung der Wilhelmshöhe als Unesco-Weltkulturerbe.

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          Der Bergpark auf der Kasseler Wilhelmshöhe soll mit Elektrofahrzeugen erschlossen werden. Das hat Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in Kassel nach dem letzten von sechs Welterbe-Arbeitstreffen gesagt. Die Verknüpfung von Kultur, einem potentiellen Unesco-Welterbe und Elektromobilität sei einmalig. Frau Kühne-Hörmann schloss nicht aus, dass auch die Straßenbahn zum Herkules eines Tages wieder gebaut werden könnte. „Warum sollte man am Ende nicht auch ein solches Projekt besprechen lassen?“, sagte die Ministerin. Sie wolle nichts ausschließen. Das Projekt, den Bergpark mit seinen Wasserspielen zum Welterbe zu erheben, sei zu wichtig, um es nicht mit technischen Innovationen zu verknüpfen.

          Frau Kühne-Hörmann begründete ihre Initiative mit den Worten: „Man muss doch mehr machen, als über Buslinien zu diskutieren.“ Zielgruppen, die den Bergpark nicht zu Fuß erreichen können, wie ältere oder behinderte Menschen, sollen an Parkplätzen außerhalb des Parks mit Elektrofahrzeugen abgeholt werden. Schon bald sollten erste Fahrzeugprojekte vorgestellt werden. Als Wissenschaftsministerin habe sie auch die Zuständigkeit für die E-Mobilität. Das Iwes, ein Fraunhofer-Institut in Kassel, das sich mit Sonnen- und Windenergie befasst sowie mit dezentraler Energieversorgung, sowie die Fachleute für E-Mobilität des Darmstädter Fraunhofer-Instituts seien gefragt, ihren Teil zu dem Projekt beizutragen.

          Park ein etabliertes Ausflugsziel

          Der Direktor der Museumslandschaft Hessen-Kassel, Bernd Küster, berichtete, dass der Bergpark jährlich 700000 Besucher anziehe. Bis zu 1,1 Millionen Besucher könne der Park verkraften. Abgesehen von speziellen Ereignissen mit weit mehr Gästen, könnten sich zeitgleich etwa 13000 Besucher im Park aufhalten. Zu den Wasserspielen mittwochs und sonntags kommen nach Küsters Worten in den Sommermonaten jeweils 8000 bis 10000 Besucher. Der Park sei im näheren Umkreis um Kassel ein etabliertes Ausflugsziel. National habe er aber noch „Nachholbedarf“.

          Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Gerd Weiß, berichtete, das Land Hessen werde den Antrag, den Herkules und die Wasserspiele als Welterbe anzuerkennen, zum 30. September 2010 bei der Kultusministerkonferenz einreichen. Die Teilnahme der Ministerin an dem jüngsten und letzten Workshop sei eine „besonders große Freude gewesen“, denn sie habe einen Blick von außen auf die Arbeit der Fachleute geworfen und ihnen die eigene Binnensicht, wenn nicht Betriebsblindheit vor Augen geführt. Das sei hilfreich gewesen, denn der Inhalt des Antrags müsse auf zwei Seiten so formuliert sein, dass er ein international besetztes Gremium, dessen Angehörige aus den verschiedensten Kulturen stammten, schon beim ersten Lesen überzeugen könne.

          Nominierung des Bergparks für das Welterbe-Prädikat für 2012 erwartet

          Mit der Nominierung des Bergparks als Kandidat für das Welterbe-Prädikat rechnet Weiß für 2012. Die Unesco werde voraussichtlich 2013 entscheiden. Bisher hatte Hessen eine frühere Entscheidung erwartet, aber die Stadt Schwetzingen, die ihre Bewerbung um den Titel des Welterbes zunächst zurückgezogen hatte, hat sich nun doch mit ihrer kurfürstlichen Sommerresidenz beworben. Zu Wochenbeginn nominierte die Kultusministerkonferenz die Bewerber aus Baden-Württemberg. Weiß sagte: „Das finden wir eigentlich auch ganz toll“, denn damit könnte die Unesco die Kasseler Parkanlagen im Jahr 2013 anerkennen. Dann wird sich die erste urkundliche Erwähnung Kassels zum 1100. Mal jähren.

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