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Gegen wildes Campen : Städte wappnen sich nach Ärger mit Landfahrern

  • Aktualisiert am

Streitfall: Wildes Campen ist für die einen viel Lärm um nichts, für andere aber ein Ärgernis - hier Wohnmobile irischer Landfahrer auf einem Campingplatz in Eppstein Bild: dpa

„Viel Lärm um nichts“, sagen die einen - andere regen sich über Hunderte Landfahrer aus Irland auf, die in hessischen Städten campen. Nun reagieren die ersten Kommunen.

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          Nach dem Ärger über Hunderte Landfahrer aus Irland in den vergangenen Jahren haben sich einige hessische Städte nun vorbereitet. In Ginsheim-Gustavsburg hatte ein nicht angemeldetes Camp der Traveller vor einem Jahr für Beschwerden von Anwohnern gesorgt. Dabei ging es um Müll, Lärm, Streitigkeiten, Diebstähle und Sachbeschädigung. Damit sich das nicht wiederhole, habe die Stadt freie Rasenflächen mit schweren Findlingen abgesperrt, sagte Sandra Röder von der Stadt im Kreis Groß-Gerau am Mittwoch.

          Sie rechne zwar nicht damit, dass die Landfahrer mit ihren Wohnwagen und Mobilen erneut in der Stadt mit ihren gut 16.000 Einwohner ihr Lager aufschlagen, die Stadt werde jedoch reagieren, „sobald wir Wagen und Gespanne in der Nähe sehen“, sagte Röder.

          „Viel Lärm um nichts“

          In Mainz-Kostheim, das zu Wiesbaden gehört, soll eine bewachte Schranke an der Maaraue verhindern, dass die Landfahrer dort wie 2015 erneut ihr Lager aufschlagen. Der Sprecher der Stadt Wiesbaden, Ralf Munser, sagte: „Wir haben nichts gegen Fremde, jeder darf kommen.“ Aber auf der Maaraue sei wildes Campen verboten, und es habe vor zwei Jahren viel Aufregung gegeben, weil die Landfahrer in großer Zahl gekommen seien.

          „Viel Lärm um nichts“, sagte dagegen der Betreiber des Campingplatzes in Eppstein, Jörg Steimer. Rund 60 bis 100 Landfahrer seien im Frühling wie jedes Jahr rund zwei Monate auf seinem Campingplatz gewesen. „Es ist wie immer harmlos verlaufen.“

          „Wir wollen verhindern, dass sich wieder so eine riesige Gruppe irgendwo niederlässt und nehmen die Sorgen der Bürger ernst“, hieß es bei der Polizei. Allerdings: „Wir wissen noch gar nicht konkret, ob und wann diese Gruppierung aufschlägt.“

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