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Aus für Studiengebühren : Frankfurter Uni-Präsident kündigt Zugangsbeschränkungen an

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Will verhindern, dass junge Leute aus anderen Bundesländern künftig die Uni Frankfurt „überrennen”: Präsident Steinberg Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Wenn die Studiengebühren in Hessen abgeschafft werden, wird die Universität Frankfurt Zulassungsbeschränkungen einführen. Dies kündigte Präsident Steinberg an. Begründung: „Mit unseren jetzigen Kapazitäten sind wir schlichtweg ausgelastet.“

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          Nach der Abschaffung der Studiengebühren hat der Präsident der größten hessischen Hochschule Zulassungsbeschränkungen in fast allen Fächern angekündigt. Nur so könne verhindert werden, dass Studierende aus anderen Bundesländern, in denen weiterhin Gebühren verlangt werden, die Frankfurter Goethe-Universität überrennen, wie zum Beispiel die Erfahrungen der Universität Mainz zeigten. „Mit unseren jetzigen Kapazitäten sind wir schlichtweg ausgelastet“, sagte Rudolf Steinberg in einem Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

          Der zu erwartende „Run auf Hessen“ drohe die Lehre zu verschlechtern. „Damit ist ja auch keinem Studierenden gedient.“ Schon aus räumlichen Gründen sei es nicht möglich, mehr Studierende aufzunehmen. Das gelte vor allem in den ohnehin überlaufenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. „Wir werden uns sicherlich auf Zulassungsbeschränkungen einstellen müssen, damit es nicht zu katastrophalen Verhältnissen kommt.“ Steinberg hofft, dass der geplante Ausgleich der Studiengebühren durch Landesmittel auch einer gerichtlichen Prüfung standhält.

          „Wir haben sämtliche Prüfungsgebühren gestrichen“

          Steinberg hatte die Einführung der Studiengebühren von 500 Euro pro Semester vor eineinhalb Jahren begrüßt. „Wir haben jeden Cent in die Verbesserung der Lehre gesteckt“, sagte er. Seine Uni habe dank der Gebühren rund 18 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gehabt. Das Geld sei unter anderem für 80 neue Stellen, technische Geräte, Exkursionsmittel und Bücher verwendet worden. „Wir haben sämtliche Prüfungsgebühren gestrichen.“ Als die Debatte um die Abschaffung der Gebühren begann, seien „die Dekane reihenweise zu mir gekommen und haben sich die Haare gerauft“.

          Nur „als kleinen Trost“ empfindet Steinberg das Versprechen der linken Mehrheit im Landtag, die sich für die Abschaffung der Studiengebühren eingesetzt hatte, den Hochschulen die Ausfälle aus Landesmitteln zu ersetzen. „Ich hoffe dass dies nicht nur gut gemeint, sondern auch realisierbar ist“, sagte Steinberg. „Ich hoffe, dass das auch nachhaltig erfolgt und dass das am Ende nicht verrechnet wird mit anderen Budgets, wenn's mal etwas knapper wird.“ Die Idee, den Hochschulen selbst die Entscheidung über Gebühren an ihrem Haus zu überlassen, ist nicht Steinbergs Weg. „Die Frage ist zu stark politisiert. Gewisse Grundfragen gehören einfach ins Parlament.“

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