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Rätselraten um Entdeckung : Wo versteckt sich das Krokodil von Ortenberg?

Suchspiel: Wo ist das Krokodil von Ortenberg in der Wetterau abgeblieben? Bild: dpa

Ein Spaziergänger will in einem Bachlauf in Ortenberg in der Wetterau ein richtiges Krokodil gesehen haben. Ein Experte hält das für ausgeschlossen. Derweil lässt sich das Tier nicht mehr blicken.

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          Ob es sich bei dem Ortenberger Krokodil um ein echtes Reptil oder ein Plastikmodell handelt, das kann der Leiter des städtischen Ordnungsamts Lars Wagner noch nicht sagen. Erst wenn „konkrete Beweise“ vorlägen, sei dies möglich. Was heißt, am besten müsste das angebliche oder tatsächliche Kriechtier wieder zum Vorschein kommen. Doch es fehlt jede Spur.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Immerhin tendiert die Stadtverwaltung laut Wagner dazu, die schlagzeilenträchtige Angelegenheit eher für „Fake“ zu halten. Es bestünden ernsthafte Zweifel an der Echtheit des Tieres. Das ergibt sich laut Wagner aus einem Gespräch mit dem Kurator des Frankfurter Zoos, Johannes Köhler, den die Stadt als Experten hinzugezogen hat. Danach seien etwa die Form von Schuppen und Augenwülsten ungewöhnlich für ein Krokodil, auch die auf dem Foto zu erkennenden geweiteten Augen passten nicht zum Verhalten eines Krokodil zu dieser Tageszeit. Hinzu komme, dass auch andere Fachleute Zweifel geäußert hätten. Außerdem fehlten Hinweise darauf, dass es im Raum Ortenberg einen Halter solcher Spezies gebe. Deshalb habe die Stadt auch nicht an eine Suchaktion gedacht.

          Rat von der Alligator-Farm

          Die Kommune hatte sich, als sie mit dem Foto konfrontiert wurde, zunächst mit René Renz von der Friedberger Alligatoren-Farm in Verbindung gesetzt, der einzige, der laut Wagner kurzfristig erreichbar war. Dieser habe nicht ausgeschlossen, dass es sich um ein leibhaftiges Krokodil handeln könnte. Renz selbst wollte sich auf Nachfrage aber nicht äußern. Jedenfalls sah sich die Stadtverwaltung veranlasst, die Öffentlichkeit über den Fall zu informieren, versehen mit dem Hinweis, es bestehe wegen der geringen Größe des Tieres keine Gefahr für Menschen, jedoch sollten Viehhalter und Hundebesitzer wachsam sein.

          Ob es sich, wie in einem ähnlichen Fall in Ortenberg vor ein paar Jahren, abermals um eine Attrappe gehandelt habe? Stadtrat Albert Kröll gibt zu bedenken, ein Plastikteil hätte nicht so schnell wieder verschwinden können und sich im Schilf verfangen müssen. Er hatte gemeinsam mit einem Bekannten die Entdeckung gemacht und das Foto an die Stadt weitergeleitet. Bei Mäharbeiten an einem Bach im Stadtteil Bergheim war nach seiner Schilderung im Dickicht ein Krokodilkopfs deutlich zu erkennen gewesen, was man mit der Smartphone-Kamera dokumentiert habe.

          Als Kröll, wie er schildert, dann mit einer Schaufel das Wasser in Bewegung brachte, sei das Krokodil auf verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Stunden später habe er abermals den Bachlauf abgesucht – aber weit und breit kein Krokodil gefunden.

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