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Eigenes Programm : Hessen will Kulturschaffenden helfen

Folgen der Pandemie: Hessen will Kunstschaffende finanziell in der Krise unterstützen (Symbolbild). Bild: Lucas Bäuml

Wegen Förderrichtlinien des Bundes gehen bei den finanziellen Soforthilfen Künstler, freie Journalisten und andere Solo-Selbständige leer aus. Nun will Hessen mit einem eigenen Sofortprogramm gegensteuern.

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          Hessen wird ein eigenes Programm zur Unterstützung von Kulturschaffenden vorlegen. Das Konzept befinde sich innerhalb der Landesregierung in der Endabstimmung, sagte der Sprecher der Kunstministerin Angel Dorn (Die Grünen) dieser Zeitung auf Anfrage. Die Landesregierung reagiert damit auf die Weigerung des Bundes, sich stärker zu engagieren.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Wie berichtet, lässt die Soforthilfe für wirtschaftliche Opfer des Virus Künstler, freie Journalisten und andere Solo-Selbständige in Hessen erst einmal leer ausgehen. Der Grund dafür sind die Förderrichtlinien des Bundes, der den bei weitem größten Teil des Programms finanziert. Danach ist die Grundsicherung zuständig. In solchen Fällen falle der Betrag oft nur gering aus, und dem Land sei es verwehrt, den Solo-Selbständigen einen Zuschlag aus der Landeskasse zu zahlen, lautet die Argumentation der Grünen. Denn dann würden die Leistungen aus Bund und Land miteinander verrechnet, anstatt sich zu ergänzen. Darum drängte Hessen vergeblich darauf, dass der Bund sein Soforthilfe-Programm für die Solo-Selbständigen öffne und vollständig für sie zahle. Die Opposition hingegen wies darauf hin, dass eine ganze Reihe von anderen Bundesländern ein umfassendes eigenes Programm aufgelegt habe.

          Kunst und Kultur während der Krise

          Dazu soll es jetzt auch in Hessen kommen. Momentan werde beispielsweise noch geklärt, welcher konkrete Personenkreis profitiere, berichtete der Sprecher des Kunstministeriums. Das Programm sei aber nicht nur auf die Unterstützung von Einzelnen beschränkt. Es zeige „wie wir Kunst und Kultur auch in der Krise nach vorne gerichtet  entwickeln können“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) im Plenum des Landtages. Er berichtete, dass der Bund sich in dieser Frage definitiv nicht engagieren werde.

          Es sei ein Fehler in der Kommunikation gewesen, Erwartungen zu wecken, die man nicht habe erfüllen können. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) habe sich von Anfang dagegen gewandt. Kunstministerin Angela Dorn will das detaillierte Programm zu Beginn der nächsten Woche öffentlich vorstellen.

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