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Hessen : Weitgehendes Kontaktverbot gilt bis nach Ostern

  • Aktualisiert am

Abstandsgebot: Die Ordnungspolizei wacht über die Einhaltung der Vorgaben Bild: Maximilian von Lachner

Die Menschen grundsätzlich dürfen derzeit nur alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen. Diese Regel wird sie noch länger begleiten, wie der Ministerpräsident sagt. Wie geht es aber nach Ostern weiter?

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          Das weitgehende Kontaktverbot wegen der Corona-Krise bleibt auch in Hessen über die Osterfeiertage hinaus bestehen. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch nach einer Telefonschalte zwischen Bund und Ländern. Die Maßnahme sieht unter anderem vor, dass Menschen grundsätzlich nur alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen dürfen. Ausgenommen sind Familien und häusliche Gemeinschaften. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden.

          Bund und Länder wollen am Dienstag nach Ostern auf Basis der Daten des Robert Koch-Instituts erneut beraten, wie es weitergehen soll. In der Woche nach Ostern wolle Hessen mit dem Rat von Experten entscheiden, ob die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen können, sagte Bouffier. Die Osterferien in Hessen enden am 18. April, der erste Schultag wäre am Montag darauf (20.4.).

          Unterdessen stieg die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Toten in Hessen deutlich an. Im Vergleich zum Vortag kamen sieben Verstorbene hinzu. Die Zahl der Todesfälle lag am Mittwoch bei 25, wie das Sozialministerium (Stand 10.30 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Infizierten stieg auf 3582 an. Das war ein Plus von 281 im Vergleich zum Vortag.

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          Tote in Altenheimen

          In Pflegeheimen greift die Corona-Krise um sich und hat Todesopfer gefordert. Tote zu beklagen haben unter anderem Einrichtungen im Odenwaldkreis und in Niederaula (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), wie die Landkreise bestätigten. Dem Sozialministerium in Wiesbaden lagen keine gesammelten Erkenntnisse dazu vor, wo und wie viele Heime im Land vom Coronavirus betroffen sind - entweder mit infizierten oder bereits gestorbenen Bewohnern.

          Mehr freie Betten

          Die Kliniken in Hessen haben ihre Kapazitäten für schwere Infektionen durch das Coronavirus deutlich erhöht. „Die Krankenhäuser haben die Möglichkeiten zur Beatmung ausgeweitet, statt 1200 stehen 1900 Betten mit Beatmung zur Verfügung“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Insgesamt gebe es in den Kliniken 12 192 freie Betten, 2475 mehr als noch vor zehn Tagen. Die Zahl der Beatmungsgeräte soll weiter steigen: Ein Beschaffungsprogramm ermögliche den Krankenhäusern den Einkauf von 380 Geräten.

          Besuchsrecht weiter eingeschränkt

          Bis auf wenige Ausnahmen gilt nun ein generelles Besuchsverbot in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altenheimen. Bislang gab es - zumindest formal - ein Besuchsrecht für eine Person von einer Stunde pro Tag. Viele Einrichtungen hatten auch dies bereits unterbunden.

          Soforthilfen

          Die hessische Landesregierung hat in der Corona-Krise bereits über 51 Millionen Euro staatliche Soforthilfe für kleinere Betriebe in Finanznot zur Auszahlung festgesetzt. Knapp 5000 Anträge seien bis Mittwochnachmittag bearbeitet und bewilligt worden, teilte die Landesregierung mit. Seit dem Start der Hilfsaktion Anfang der Woche seien rund 50.000 Anträge über das Online-Formular des Regierungspräsidiums Kassel eingereicht worden. Allerdings seien viele Anträge nicht vollständig und könnten daher nicht zügig bearbeitet werden.

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