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Hessen : Weitere Unternehmen wollen zurück zur 40-Stunden-Woche

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Übereinstimmend haben die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände einerseits und der Landesbezirk Hessen des Deutschen Gewerkschaftsbunds andererseits geäußert, die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche könne allenfalls in Einzelfällen eine Lösung sein.

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          Übereinstimmend haben die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände einerseits und der Landesbezirk Hessen des Deutschen Gewerkschaftsbunds andererseits geäußert, die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche könne allenfalls in konkreten Einzelfällen eine Lösung sein.

          Betriebliche Regelungen wie die bei Siemens in Bocholt seien auch in Hessen denkbar, äußerte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Hessen, ein Patentrezept zum Abbau der Arbeitslosigkeit seien sie jedoch nicht. In bestimmten Situationen führe an der Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche kein Weg vorbei, meinte auch ein Sprecher der Unternehmervereinigung, hob aber ebenfalls hervor, an eine generelle Anhebung der Arbeitszeit sei nicht zu denken.

          Wie es bei der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände gestern weiter hieß, wird allein in der hessischen Metall- und Elektroindustrie in 30 der 520 Mitgliedsfirmen über eine Erhöhung der Arbeitszeit nachgedacht, in 15 der 30 Unternehmen gebe es bereits Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Die Namen der Unternehmen wollte der Sprecher nicht nennen. Nach seinen Angaben läßt der jüngste Tarifabschluß der Branche in drei Fällen eine Anhebung der Wochenarbeitszeit zu: bei der drohenden Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, der Akqusition von Großaufträgen und bei Innovationen, etwa dem Versuch eines Unternehmens, in neue Märkte vorzudringen.

          Körzell führte aus, selbst wenn im Einzelfall eine Anhebung der Wochenarbeitszeit nicht zu verhindern sei, dürfe sie doch nicht zur Regel werden. Derzeit konkurriere man mit Ungarn, demnächst womöglich mit Moldawien oder gar Indonesien. Die zentrale Frage sei vielmehr nach wie vor, wie sich sich das gegebene Arbeitsvolumen in Deutschland so aufteilen lasse, daß auch die Arbeitslosen eine Stelle fänden. Hinzu komme, daß Einbußen beim Verdienst der Wirtschaft schadeten, weil darunter die Nachfrage und damit die Binnenkonjunktur leide.

          Bekannt ist, daß die Erhöhung der Wochenarbeitszeit derzeit bei der Deutschen Bahn AG sowie im MAN-Konzern diskutiert wird (siehe Seite 47). Darüber hinaus erhofft sich auch der Oberurseler Reisekonzern Thomas Cook von einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit, Gehaltskürzungen und unbezahltem Urlaub eine Rückkehr in die Gewinnzone. Das gilt auch für die Fluglinie des Konzerns, die jetzt wieder Condor heißt.

          Unruhe herrscht wegen der drohenden Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer auch in den Siemens-Werken der Region. Mitte Juni hatten bei Siemens-VDO in Karben wie auch bei Siemens L&A in Offenbach mehrere hundert Mitarbeiter gegen "Erpressung und Outsoucing" protestiert; der Offenbacher Betriebsratsvorsitzende Ralf Kämmerer hatte die Unternehmensleitung davor gewarnt, den Kurs der Ausgliederung von Aufgaben fortzusetzen, da dadurch Arbeitsplätze verlagert würden. Die IGMetall sprach von Plänen der Siemens-VDO-Unternehmensleitung, entweder Millionenbeträge zu Lasten der Beschäftigten einzusparen oder die Fertigung in Niedriglohnländer zu verlegen. (mak.)

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