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Hessen : Weitere Lehrer bilden sich für Islam-Unterricht fort

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Neuerung: Für 440 hessische Erstklässler an 27 Grundschulen steht seit diesem Schuljahr der islamische Religionsunterricht auf dem Stundenplan Bild: dapd

Rund 440 Schüler in Hessen besuchen derzeit den neuen Islam-Unterricht. Zu den drei Dutzend Lehrern, die für dieses Fach schon fortgebildet worden sind, gesellen sich nun 17 weitere.

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          Damit sie künftig an Hessens Schulen den neuen Islam-Unterricht geben können, beginnen nun weitere Lehrer einen speziellen Weiterbildungskursus. „Wir haben 17 Anmeldungen“, berichtete eine Sprecherin des Kultusministeriums in Wiesbaden. Die Universität Gießen bietet die einjährige Fortbildung an.

          Ein erster Kursus an der mittelhessischen Hochschule hatte vor gut einem Jahr begonnen. Rund drei Dutzend Lehrer hatten sich daran beteiligt. Für rund 440 hessische Erstklässler an 27 Grundschulen steht seit diesem Schuljahr der islamische Religionsunterricht auf dem Stundenplan.

          Die Landesregierung hat den islamischen Religionsunterricht zu Beginn dieses Schuljahres an zunächst 27 Grundschulen eingeführt. Im nächsten Schuljahr soll das Angebot ausgebaut werden.

          Quellen des Islam und Glaubenspraxis

          Laut Amtsblatt sind theologische Grundlagen und Hauptquellen des Islam, Glaubenspraxis in Vergangenheit und Gegenwart sowie islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik Schwerpunkte. Angesiedelt ist der Kurs bei der Professur für Islamische Theologie und ihre Didaktik, die Yasar Sarikaya innehat.

          Er wurde in Bochum promoviert und habilitierte sich 2010 in Istanbul im Fach Religionspädagogik. Zuvor war er Direktor des privaten Studienganges für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien. Außerdem begutachtet er Schulbücher in Nordrhein-Westfalen - wenn auch für das Fach Islamkunde, nicht für islamischen Religionsunterricht.

          Zwei Partner

          Hessen ist nach Angaben des Kultusministeriums das erste
          Bundesland, das den Islamunterricht auf der Grundlage von Artikel 7, Absatz 3 des Grundgesetzes eingeführt hat. Darin heißt es: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird derReligionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt (...).“

          Die zwei Partner des Landes für den Unterricht sind die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) Landesverband Hessen sowie die Ahmadiyya Muslim Jamaat.

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