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Schutzmaßnahmen in Hessen : Was in der Corona-Krise erlaubt ist und was nicht

Ein Mann geht mit seinem kleinen Kind in Frankfurt spazieren: Was ist noch erlaubt in Zeiten von Corona? Bild: dpa

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gelten in Hessen mehrere Sicherheitsmaßnahmen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder. Doch was ist erlaubt und was nicht?

          6 Min.

          Darf ich noch spazieren gehen und mit meinem Hund Gassi gehen?

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ja. Sich an der frischen Luft zu bewegen, zum Beispiel beim Spazierengehen, beim Joggen oder beim Radfahren ist erlaubt. Wer nach draußen muss, um sich um sein Haustier zu kümmern, darf das ebenfalls. Darunter fällt Gassigehen oder auch die Versorgung eines Pferdes. Für all das gilt jedoch: Wer sich draußen bewegt, tut das entweder allein oder mit Mitgliedern des eigenen Haushaltes oder mit maximal einer Person, mit der man nicht zusammenwohnt. Zu allen anderen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

          Ich will mich mit einem Freund auf ein Bier im Park treffen. Muss ich fürchten, dass ich dafür ein Ordnungsgeld aufgebrummt bekomme?

          In der Verordnung der Landesregierung heißt es: „Öffentliche Verhaltensweisen, die geeignet sind, das Abstandsgebot zu gefährden, wie etwa gemeinsames Feiern, Grillen oder Picknicken, sind unabhängig von der Personenzahl untersagt.“ Hier kommt es also darauf an, mit kritischem Verstand zu urteilen: Man kann sich zwar mit einer Begleitperson auf eine Bank oder auf die Wiese setzen, muss allerdings darauf achten, dass man dabei nicht inmitten anderer Menschen landet, die eine ähnliche Idee hatten. Menschenansammlungen sind unbedingt zu vermeiden und Abstände einzuhalten, damit die Bevölkerung so wenige Kontakte wie möglich untereinander hat.

          Joggen mit der Laufgruppe, Fußball im Park mit Kumpels: Ist das alles verboten?

          Ja, alles was mit mehreren Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes zu tun hat, geht jetzt nicht mehr. Und auch, wer im Park mit den Mitbewohnern oder der Familie Fußball spielt, muss unbedingt auf den Abstand zu anderen Menschen achten.

          Darf ich Freunde in deren Wohnung besuchen?

          Das ist nicht verboten. Aber in der Verordnung der Landesregierung heißt es: „Der Kontakt zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes ist auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren.“ Außerdem ist die Gefahr für eine Ansteckung innerhalb von Räumen höher als draußen – und treffen kann man sich auch an der frischen Luft. Aber auch hier gilt: nur zu zweit, wenn man nicht zusammen wohnt.

          Ich lebe nicht mit meinem Partner zusammen. Darf ich zu ihm fahren?

          Ja, seinen Partner oder Partnerin darf man noch sehen, egal ob verheiratet oder nicht. Aber dabei sollte man Kontakte zu weiteren Personen vermeiden, etwa WG-Mitbewohnern.

          Brauche ich einen Passierschein, um unterwegs zu sein?

          Nein, bisher nicht. Wenn man allerdings von Polizei oder Ordnungsamt gefragt wird, aus welchem Grund man unterwegs ist, muss man Auskunft geben. Dabei kann es zum Beispiel helfen, einen Dienstausweis oder Ähnliches dabei zu haben, wenn man gerade auf dem Weg zur Arbeit ist.

          Mein Partner und ich teilen uns das Sorgerecht für die Kinder. Darf ich sie zu ihm bringen?

          Ja. Die Begleitung und Betreuung minderjähriger Personen ist laut der Verordnung von entsprechenden Verboten ausgenommen. Man darf seine Kinder also zum getrennt lebenden Elternteil begleiten, damit dieser das Sorgerecht wahrnehmen kann.

          Ich muss trotz der Corona-Krise zur Arbeit gehen und habe keinen Platz für meine Kinder in einer Notfallbetreuung bekommen. Darf ich mein Kind zu Bekannten bringen?

          Das sollte man jetzt vermeiden, so gut es geht. Kinder sollten im besten Fall nur noch von Angehörigen des eigenen Hausstandes betreut werden. Denn auch für sie gilt wie für alle anderen Paragraf 1 der Verordnung, wonach sie Kontakt zu Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes „auf das absolut nötige Minimum“ reduzieren müssen. Wenn es aber wegen der Arbeit keine andere Möglichkeit gibt, die Kinder zu betreuen, kann man sie zu Dritten bringen. Auf Ältere, etwa Großeltern, sollte man dabei unbedingt verzichten, weil sie besonders anfällig für das neuartige Virus sind.

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