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Studie : Rund 1000 Erstklässler in Hessen komplett ohne Impfschutz

  • Aktualisiert am

Kinder müssen vom 1. März 2020 an beide Impfungen gegen Masern nachweisen. Bild: AFP

Zahlreiche Kinder in Hessen sind noch immer komplett ungeimpft. Doch es gibt ein Bundesland, in dem die Quote deutlich niedriger ist.

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          Hessische Kinder sind einer Studie zufolge besser geimpft als in anderen Bundesländern - aber die Lücken sind nach Ansicht von Kinderärzten noch immer zu groß. Das geht aus dem Barmer Arzneimittelreport hervor, der am Donnerstag in Frankfurt vorgestellt wurde. Die repräsentativen Daten der Barmer-Versicherten wurden dabei auf die Bundesbevölkerung hochgerechnet.

          3,1 Prozent aller 2015 in Hessen geborenen Kinder haben demnach bis zum Alter von zwei Jahren keine einzige der 13 empfohlenen Impfungen erhalten; das waren rund 1700 Kinder. Am niedrigsten ist diese Quote in Brandenburg (2,2 Prozent), am höchsten in Bayern (5,3 Prozent). Auch mit sechs Jahren waren in Hessen noch zwei Prozent der Kinder - also rund 1000 Erstklässler - komplett ungeimpft.

          Hessens Impfstrategie

          Mit der Hessischen Impfstrategie gehe das Land den richtigen Weg, sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Norbert Sudhoff, „wir unterstützen das ausdrücklich, aber es fehlt ein bisschen an Dynamik“. Impfen biete die Chance, Kinder gesünder aufwachsen zu lassen. Um Eltern davon zu überzeugen, müsse man Desinformation und Falschinformation mit Bildung bekämpfen. „Da müssen wir viel mehr tun als bisher.“

          Erklärte Impfgegner könne man vermutlich nicht mehr erreichen, sagte Ralf Moebus, Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der Kinder und Jugendärzte. Entscheidend sei die größere Gruppe der Impfkritiker, „die müssen wir überzeugen.“ Eine der wichtigen Impfungen sei die gegen Masern. „Mindestens eine von tausend Masernerkrankungen verläuft tödlich“, betonte Moebus.

          Jedes sechste 2015 geborene Kind in Hessen war im Alter von zwei Jahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft, das sind rund 9000 Zweijährige. Nur die Hälfte der jugendlichen Mädchen sind gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. Für die sogenannte „Herdenimmunität“ müssten 95 Prozent aller Kinder geimpft sein. Dieser Wert wird in Hessen bei keiner der 13 Standardimpfungen erreicht.

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