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Haushaltsschulden in Hessen : Schuldenfrei in 400 Jahren

  • -Aktualisiert am

Seit 1970 haben in Hessen Regierungen unterschiedlichster Couleur Schulden aufgehäuft. Bild: dpa

Über Jahrzehnte hinweg wurden in Hessen Schulden angehäuft: 43,6 Milliarden Euro waren es 2015. Seitdem verliert der Berg an Höhe, allerdings im Schneckentempo.

          3 Min.

          Der hessische Schuldenberg und die bayrischen Gletscher haben eines gemeinsam: sie schmelzen. Von den Eisfeldern in den Alpen wird allerdings möglicherweise schon Ende dieses Jahrhunderts nichts mehr zu sehen sein, während sich die Verbindlichkeiten des Landes Hessen wohl sehr viel langsamer auflösen werden. Wenn es mit dem von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) vor drei Jahren eingeleiteten Schuldenabbau im bisherigen Tempo weitergeht, ist das Bundesland frühestens in 400 Jahren aus den roten Zahlen raus, die sich derzeit noch auf fast 43 Milliarden Euro summieren.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch selbst diese bittere Erkenntnis ist nur die halbe Wahrheit, denn zu den expliziten Schulden kommen die in Jahrzehnten aufgetürmten Verpflichtungen hinzu, Pensionen und Beihilfen für aus dem Dienst ausgeschiedene Beamte zu zahlen. Die rechnerischen Rückstellungen für diese Zwecke belaufen sich auf deutlich mehr als die 43 Milliarden Euro Altschulden. Im Landeshaushalt taucht diese Summe allerdings nicht auf, weil sie nicht im jeweiligen Jahr, sondern erst über Jahrzehnte hinweg sukzessiv ausgezahlt werden muss.

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