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Kaum neue Fälle in Hessen : Rund 300 Corona-Infektionen nicht ausgestanden

Hoffnungsträger: Virologen der Universität Marburg warten auf die Erlaubnis, mit ihrem Impfstoffkandidaten gegen Corona in die klinische Phase zu gehen Bild: dpa

Nach wie vor ist keine Großstadt und kein Landkreis in Hessen ohne Corona-Neuinfektion binnen sieben Tagen. Doch es gibt abermals nur wenige neue Fälle. 100 weitere Patienten gelten als genesen.

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          Trotz aller Lockerungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben beruhigt sich der Corona-Geschehen in Hessen weiter. Über Nacht ist die Zahl der Patienten, die als von ihrer Corona-Infektion genesen gelten, um etwa 100 gestiegen. Dies geht aus dem Datenkranz des Robert-Koch-Instituts hervor. Wie das kurz RKI genannte Bundesinstitut weiter meldet, haben die hessischen Gesundheitsämter seit Dienstag nur elf neue Covid-19-Fälle gemeldet. An den Tagen zuvor waren es 37, sieben und 40 gewesen. Der Zuwachs über Nacht beträgt knapp 0,1 Prozent und ist so niedrig wie selten seit Beginn der Pandemie im März.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seitdem sind in Hessen offiziell 11.217 Infizierte bestätigt worden. 10.400 Genesene zählt der RKI mittlerweile. Die Zahl der Corona-Opfer stagniert weiter bei 514. Folglich sind gut 300 Infektionen noch nicht ausgestanden. Diese Zahl hat sich in den vergangenen Wochen nicht wesentlich verändert; sie bewegt sich in einem recht engen Korridor.

          Für zwei Kreise steht wieder die Null

          Wie sich aus dem gegen 14 Uhr veröffentlichten neuen Corona-Bulletin des hessischen Sozialministeriums ergibt, steht für die Kreise Gießen und Hochtaunus mit Blick auf die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz wieder die Null, nachdem zuvor tagelang kein Landkreis und keine kreisfreie Status diesen Status erreicht hatte. Die Sieben-Tage-Inzidenz ergibt sich jeweils aus den Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist. Die politisch kritische Marke lautet 50. Wird sie erreicht, können die Behörden bestehende Lockerungen zurücknehmen oder einschränken, so wie es als Folge des Corona-Ausbruchs in einer Großschlachterei von Tönnies geschehen war.

          Von dieser Marke sind aber alle 21 Kreise und die fünf Großstädte in Hessen weiter deutlich entfernt. Allenthalben weist das Land einstellige Inzidenz-Werte aus. Der höchste Wert, eine Sieben, steht für die Stadt Offenbach sowie die Kreise Groß-Gerau und Waldeck-Frankenberg zu Buche. Auf eine Eins kommen derweil vier Landkreise und die Stadt Kassel. Für den Vogelsberg, der nur 126 Infektionen und damit die wenigsten von allen Kreisen gemeldet hat, meldet das Land eine Vier. Genau so viele neue Fälle hat der bevölkerungsarme Vogelsbergkreis binnen Wochenfrist gemeldet. Frankfurt kommt auf 49 innerhalb der zurückliegenden sieben Tage und 1852 insgesamt.

          Trotz der abflachenden Infektions- und Inzidenzkurve mahnt Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) wegen einer möglichen zweiten Welle weiter zur Vorsicht. „Auf Maske und Abstand werden wir auf absehbare Zeit nicht verzichten können“, sagte Klose er schon am Dienstag während seiner Sommerreise. Sie seien das „schärfste Schwert“ im Kampf gegen die Pandemie.

          Mit Blick auf die Genesenen ist stets Folgendes zu beachten: Wie das hierzulande für die Seuchenbekämpfung federführend zuständige RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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