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Unbürokratische Hilfe : Hessen richtet Hilfsfonds für Opfer von schwerer Gewalt und Terror ein

Nicht nur Gesten wie bei der Kundgebung zum Gedenken an den rassistischen Anschlag in Hanau: Hessen will im Notfall schnell mit Geld helfen. Bild: dpa

Der Anschlag von Hanau, die Amokfahrt von Volkmarsen und der Mord an Walter Lübcke: Hessen musste in kurzer Zeit drei schwere Vorfälle verarbeiten. Die Opferhilfe wird nun wegen dieser Erfahrungen um einen Hilfsfonds ausgebaut.

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          Mit Geld könne man kein Menschenleben aufwiegen, aber man könne Verantwortung übernehmen und Mitgefühl zum Ausdruck bringen. So erklärte Ines Claus, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, am Dienstag den Sinn des Fonds für die Opfer extremistischer oder terroristischer Anschläge und die Angehörigen. Die Vertreter der Fraktionen von Grünen, SPD und FDP drückten sich ganz ähnlich aus und betonten ihre Einigkeit. Zwei Millionen Euro Millionen Jahr will das Parlament in jedem Jahr vorhalten, um nach schweren Gewalttaten unbürokratisch und schnell zu helfen.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Drei Beispiele wurden genannt. Auf den Mord an dem langjährigen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) im Jahr 2019 folgte im Februar 2020 das Blutbad von Hanau. Ein dreiundvierzigjähriger Deutscher tötete dort neun Menschen mit ausländischen Wurzeln. Anschließend brachte er seine Mutter und sich selbst um. Nur Tage später wurden durch ein Autoattentat im nordhessischen Volkmarsen 150 Menschen verletzt.

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