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Corona-Fälle seit sieben Tagen : Offenbach mit fast so vielen Neuinfektionen wie Frankfurt

Testfall: Ein Frankfurter Labormitarbeiter untersucht eine Probe auf Coronaviren Bild: Reuters

Nach einem Ausreißer zu Monatsbeginn sinken die Coronavirus-Neuinfektionen in Hessen wieder. Ins Auge stechen die Fallzahlen aus Offenbach im Vergleich zur Lage in Frankfurt.

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          16, 58, 25, 24, 21 und nun wieder 16: So lautet die Reihe zu den seit Monatsbeginn gemeldeten bestätigten Coronavirus-Neuinfektionen in Hessen. Ob sich der Rückgang über Nacht aus einem Meldeverzug auf Seiten der hessischen Gesundheitsämter erklärt, steht allerdings dahin. Wie das in der Seuchenbekämpfung in Deutschland federführende Robert-Koch-Institut am Montag Morgen weiter mitgeteilt hat, ist offiziell kein weiterer Todesfall in Verbindung mit der Pandemie zwischen der Grenze zu Niedersachsen und dem südlichen Odenwald zu beklagen. So bleibt es bei 512 Corona-Opfern seit Beginn der Pandemie zu Anfang März.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          10.955 Infektionen sind seitdem gemeldet worden. Rund 10.100 Patienten gelten mittlerweile als von ihrer Infektion geheilt. Das bedeutet: Gut 300 Infektionen sind noch nicht ausgestanden. Die meisten Infektionen hat bisher Hessens größte Stadt Frankfurt gemeldet. Mit Stand Sonntag Mittag waren es 1779. Über Nacht sind elf hinzugekommen, wie aus dem gegen 14 Uhr veröffentlichten Bulletin des Landes folgt. Doch nur 21 aller 1790 Infizierten wurden aber in den vergangenen sieben Tagen verzeichnet. Das benachbarte und ungleich kleinere Offenbach kommt dagegen zwar nur auf insgesamt 211, aber 17 Fälle davon wurden binnen Wochenfrist festgestellt. Auf 21 Fälle kommt der bevölkerungsreichere Main-Kinzig-Kreis. Er hat mit 420.000 gut drei Mal so viele Einwohner wie Offenbach.

          Hessens hält angesichts dessen zur Eindämmung des Coronavirus an der Maskenpflicht fest. Das sagte eine Regierungssprecher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

          Die wenigsten Infizierten hat im Verlauf der Pandemie der Vogelsbergkreis registriert: 122. Zum Wochenende kam Nummer 122 hinzu, der erste Fall seit neun Wochen, wie der Landkreis gemeldet hat. Drei Kreise waren zuletzt ohne neuen Fall binnen sieben Tagen: Kassel, Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg. Im Verlauf des Junis waren es schon einmal doppelt so viele gewesen.

          Und nur bei diesen drei Landkreisen steht mit Blick auf die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz ebenfalls noch die Null. Sieben Kreise und Städte kommen auf eine Eins. Am Ende der Tabelle stehen die Stadt Offenbach (13) und der dünn besiedelte Kreis Hersfeld-Rotenburg (10) nach einer kleinen und mittlerweile abebbenden Infektionswelle unter Beschäftigten des Versenders Amazon in Bad Hersfeld. Alle Inzidenz-Werte liegen aber weit unter der Schwelle, die Anlass zur Rücknahme von Lockerungen sein könnte. Sie liegt bei 50. Um sie zu nehmen, müsste Frankfurt binnen sieben Tagen 350 neue Fälle melden.

          Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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