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Planung das neue Schuljahr : Nach den Ferien wieder Präsenzunterricht für alle

Fingerzeig: Nach den Sommerferien sollen alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule gehen Bild: dpa

Nach den Sommerferien soll an sämtlichen hessischen Schulen wieder die Fünf-Tage-Woche gelten. Lehrer können sich auf das Coronavirus testen lassen. Schülern steht die „Ferienakademie 2020“ offen.

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          Nach den Sommerferien wird in allen Schulformen in Hessen an fünf Tagen der Woche wieder Präsenzunterricht erteilt. So plant es jedenfalls das Kultusministerium. Die Teilnahmepflicht auszuheben, sei „nur noch individuell mit ärztlichem Attest möglich“, teilte Kultusminister Alexander Lorz am Dienstag mit.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Diese Regel gelte für Lehrkräfte, sozialpädagogische Mitarbeiter und Schüler, bei denen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs bestehe oder die mit Personen mit einer solchen Gefährdung in einem Hausstand lebten. Wer nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen könne, werden digital ins Klassenzimmer zugeschaltet und erhalten dazu bei Bedarf leihweise ein mobiles Endgerät, sagte Lorz.

          Digitale Lernplattform vor Ausbau

          Die digitale Lehr- und Lernplattform, das „Schulportal Hessen“, soll bis zum Beginn des neuen Schuljahrs weiter ausgebaut werden. Außerdem sei es den Schulen vorübergehend gestattet, alle gegenwärtig erhältlichen Videokonferenzsysteme zu nutzen.

          Der Kultusminister begründete das Vorhaben mit den positiven Rückmeldungen, die er seit der Aufhebung des Abstandsgebots an den Grundschulen bekommen habe. Außerdem habe sich das Infektionsgeschehen in Hessen deutlich verlangsamt. Er stütze sich auf medizinische Empfehlungen und die Arbeit einer „Konzeptgruppe Schuljahresbeginn“. In ihr waren das Ministerium, die Schulämter, Lehrer, Eltern und Schüler vertreten. 

          Unentgeltliche Corona-Tests

          „Wir gehen diesen Schritt aus Überzeugung“, sagte Lorz. Und zwar wohlwissend, dass es ein Nullrisiko nicht geben könne und „dass im Bedarfsfall lokal oder auch flächendeckend abermals Einschränkungen erforderlich werden“ könnten.

          Die Aufhebung des Abstandsgebots im Unterricht mache es möglich, zu einem geregelten Klassen- und Kurssystem ohne Begrenzung der Gruppengröße zurückzukehren. Die gängigen Hygieneregeln, bestünden fort. Ergänzend zu der bereits zur Verfügung gestellten Schutzausrüstung erhielten die Schulen rechtzeitig vor dem Beginn des Schuljahres abermals „eine große Lieferung“ von Schutzmasken, Desinfektionsmitteln, Handschuhen, Vlieskitteln und Gesichtsschutzschilden. Jede Lehrkraft könne sich bei Bedarf für sie kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen. Wie einige andere Länder will auch Hessen die Wiederaufnahme des Regelbetriebs wissenschaftlich begleiten lassen.

          Der Austausch mit den Praktikern in der Konzeptgruppe habe noch einmal bestätigt, dass nichts den Lernerfolg der Schüler nachhaltiger beeinflusse als der persönliche Kontakt zu ihrer Lehrkraft, sagte Lorz. Darum solle die Zeit bis zum Beginn des neuen Schuljahrs genutzt werden, um die Schüler mit Nachholbedarf in der „Ferienakademie 2020“ für die nächste Jahrgangsstufe fit zu machen. Die Resonanz auf das Angebot sei schon jetzt sehr groß, so Lorz. Interessierte können sich noch bis zum 5. Juli 2020 anmelden: https://kultusministerium.hessen.de/angebote-in-den-ferien/ferienakademie2020.

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