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Schulen, Kitas, Schwimmbäder : Hessen lockert Corona-Beschränkungen

  • -Aktualisiert am

Die Klassenzimmer füllen sich wieder: Hessen erlaubt Präsenzunterricht an Grundschulen (Symbolbild). Bild: dpa

Hessen lockert zahlreiche Beschränkungen, die wegen der Corona-Pandemie verhängt worden waren. Schulen sollen schon Ende des Monats wieder zum Regelbetrieb zurückkehren.

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          Hessen kehrt ab dem 22. Juni zum Präsenzunterricht für alle Kinder an Grundschulen zurück, an Kindertagesstätten soll ab dem 7. Juli wieder ein Regelbetrieb ohne Einschränkungen auf bestimmte Personen gelten. An den Grundschulen wird dann kein Abstandsgebot mehr gelten. Das sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Hessen hatte den Schulbetrieb schrittweise seit Ende April wieder hochgefahren, seit dem 2. Juni nehmen alle Jahrgangsstufen auch an Grundschulen wieder am Präsenzunterricht teil, allerdings bisher nur im Schicht- beziehungsweise Wechselsystem. Dies soll vom 22. Juni an vorbei sein. Doch auch ab dann dürfen sich Gruppen nicht durchmischen, um bei einer möglichen Infektion nicht die komplette Schule schließen zu müssen. Aufgehoben wird, wie auch in anderen Bundesländern, die Schulbesuchspflicht, zumindest für die zwei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien am 6. Juli. Eltern könnten „selbstverantwortlich entscheiden“, ob ihre Kinder am Präsenzunterricht teilnähmen, äußerte Bouffier. Die Schulpflicht jedoch gelte weiterhin.

          Auch nach dem 22. Juni werde an den Schulen die Situation nicht zu vergleichen sein mit jener „vor Corona“, äußerte Hessens Kultusminister Alexander Lorz  (CDU). Abgebildet werden könne aufgrund von Lehrern, die zu Risikogruppen gehörten, sowie aufgrund der „konstanten Lerngruppen“ kaum „das gesamte Spektrum“ des Unterrichts, doch solle nun für alle Schüler ein Unterricht „an allen Tagen der Woche“ sowie zu einer „verlässlichen Schulzeit“ stattfinden. Kleine Kinder seien keinesfalls, wie anfänglich vermutet, sogenannte Virenschleudern, sondern „vielleicht sogar Bremser der Infektion“, sagte Lorz.

          „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“

          An den Kindertagesstätten soll ab dem 6. Juli ein normaler Betrieb einkehren. Ab dann wird nach Angaben Bouffiers der Vorrang für Kinder, die ein Anrecht auf eine „Notbetreuung“ haben, aufgehoben. Ob dann jedoch tatsächlich alle Kinder wieder betreut werden können, wird davon abhängen, wie viele Erzieherinnen im Einsatz sind. Sozialminister Kai Klose (Grüne) sprach von einem „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“.

          In Hessen beginnen ab dem 6. Juli die Sommerferien. Auch wenn viele Kitas einen Teil der Zeit eine Betreuung anbieten, wird der dann einsetzende „Regelbetrieb“ jedoch zunächst kaum die vollen Gruppen umfassen. Damit bleibt den Einrichtungen aus Sicht der Landesregierung genügend Zeit, um sich auf das anstehende Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, vorzubereiten. Hessen macht den Kitas keine Vorgaben zu Gruppengrößen, von dem bisher geltenden Fachkraft-Kind-Schlüsse kann künftig abgewichen werden, um möglichst vielen Kindern eine Betreuung zu ermöglichen.

          Weiterhin können in Hessen ab Anfang kommender Woche Schwimmbäder, Saunen und Badeseen öffnen, auch ist nun ein Mund-Nasen-Schutz an Bahnhöfen und Flughäfen Pflicht, zudem soll – auch aufgrund des Corona-Ausbruches in einer Frankfurter Baptistengemeinde – künftig auch für Besucher von Gottesdiensten eine Pflicht zur Angabe von Kontaktdaten für eine Nachverfolgung gelten.  Außerdem werden die Kontaktbeschränkungen gelockert: Von Donnerstag an dürfen sich bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Bislang war ein Treffen auf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt.

          Corona-Lockerungen im Überblick

          •  ab Fronleichnam am Donnerstag (11. Juni) dürfen sich bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Bislang war dies nur Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten erlaubt.
          • ab Fronleichnam am Donnerstag (11. Juni) darf im Amateursport wieder mit Kontakt trainiert werden - zumindest mit bis zu zehn Menschen. Das Wettkampfverbot ist aufgehoben. Es gelten weiter Hygienevorgaben.
          •  ab 15. Juni dürfen Schwimmbäder, Saunen und Badeseen wieder öffnen. Es gelten Hygiene- und Abstandsregeln.
          • ab 22. Juni sollen an den Grundschulen wieder alle Kinder gemeinsam in ihrer Klasse unterrichtet werden. Das Abstandsgebot gilt nicht mehr.
          • ab 6. Juli sollen Kindertagesstätten wieder vollständig öffnen und den Regelbetrieb aufnehmen.

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