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Hessen : Lehrer werden für Islam-Unterricht fortgebildet

  • -Aktualisiert am

Engagiert: Der Islamunterricht in Hessen macht Fortschritte. Bild: Schoepal, Edgar

Die Vorbereitungen für einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in Hessen kommen voran. Bald soll eine Fortbildung beginnen.

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          Die Vorbereitungen für einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in Hessen kommen voran. So haben sich vor kurzem rund drei Dutzend Lehrer und Studenten auf Einladung des Kultusministeriums zusammengefunden, um sich über eine bald beginnende Fortbildung zu informieren. Außerdem sind die zwei muslimischen Gemeinschaften, mit denen das Land kooperiert, dabei, Beiräte für die Lehrerlaubnis zu bilden, analog zum Recht der Kirchen beim christlichen Religionsunterricht.

          Wie berichtet, will Hessen zum Schuljahr 2013/2014 in zunächst maximal 25Grundschulen islamischen Religionsunterricht einführen. Partner des Staates sind der türkisch geprägte Ditib-Landesverband und die Ahmadiyya-Gemeinde. Weil bis zur Einführung des Unterrichts die nötigen Hochschulabsolventen noch nicht zur Verfügung stehen, werden zunächst muslimische Grundschullehrer, die bereits im Dienst sind, fortgebildet. Der Kursus beginnt am 4.März und dauert ein Jahr. In diese Zeit fällt der geplante Beginn des Unterrichts.

          Auch das Kopftuch soll Thema werden

          Wie der Sprecher des Kultusministeriums mitteilt, haben Anfang dieser Woche rund 40 Interessenten an einer Informationsveranstaltung über diese Weiterbildung teilgenommen, 35 von ihnen waren Lehrer oder Studenten. Die Bewerbungsfrist für den Kursus endet am 8.Februar, weitere Anmeldungen sind möglich. Zu richten sind sie an das Landesschulamt in Gießen; das entsprechende Formular ist im Amtsblatt des Kultusministeriums vom 15.Januar zu finden. Angeboten wird die Weiterbildung, die mit einer Prüfung endet, von der Universität Gießen. Laut Amtsblatt sind theologische Grundlagen und Hauptquellen des Islam, Glaubenspraxis in Vergangenheit und Gegenwart sowie islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik Schwerpunkte. Angesiedelt ist der Kurs bei der Professur für Islamische Theologie und ihre Didaktik, die Yasar Sarikaya innehat. Er wurde in Bochum promoviert und habilitierte sich 2010 in Istanbul im Fach Religionspädagogik. Zuvor war er Direktor des privaten Studienganges für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien. Außerdem begutachtet er Schulbücher in Nordrhein-Westfalen - wenn auch für das Fach Islamkunde, nicht für islamischen Religionsunterricht.

          Zur Sprache kam bei der Informationsveranstaltung über diese Weiterbildung auch das Kopftuchtragen muslimischer Lehrerinnen, wie der Sprecher des Kultusministeriums schildert. Das ist in Hessens Schulen verboten. Wie er sagt, können Lehrerinnen es allerdings während des Religionsunterrichts tragen, ähnlich wie ein jüdischer Lehrer dann seine Kippa aufsetzen oder ein Ordensmann sein Habit tragen könne. Wer an der Fortbildung teilnehmen will, muss zum Lehramt an Grundschulen befähigt sein und ein religiöses Bekenntnis haben, „das im Einklang mit einem der Kooperationspartner für die Einrichtung eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts“ steht, legt das Amtsblatt fest.

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