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Klose mahnt aber zur Vernunft : Kein weiteres Corona-Opfer, wenige Neuinfektionen

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Maskenmann: Hessens Sozialminister Klose rät zur Vernunft und zum Mund- und Nasenschutz Bild: dpa

In Hessen ist es über Nacht offiziell bei 514 Corona-Opfern seit März geblieben. Die Neuinfektionen sind weiter überschaubar. Gesundheitsminister Klose mahnt dennoch.

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          Die täglich gemeldeten Coronavirus-Neuinfektionen bleiben in Hessen weiter unter der Marke 100. Nach 40 zum Sonntag und sieben zum Wochenbeginn haben die Gesundheitsämter nun 37 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Dies ergibt sich aus den Daten des in der Seuchenbekämpfung federführenden Robert-Koch-Instituts (RKI). Wie es weiter heißt, ist kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit der Pandemie zu beklagen. Bisher sind 514 Corona-Opfer seit März bekannt geworden. Ihnen standen zuletzt rund 10.300 Genesene gegenüber.

          Rechnerisch kommen auf einen Todesfall 20 Genesene. Die Gesamtzahl der Covid-19-Infektionen seit Beginn der Pandemie in Hessen beziffert das RKI auf 11.206. Das heißt: Gemessen an der Zahl der Genesenen und jener der Todesopfer sind derzeit noch fast 400 Infektionen nicht ausgestanden. Es waren schon einmal etwa 100 weniger. Zudem ist zuletzt keine Großstadt und keiner der 21 Landkreise in Hessen ohne Neuinfektionen binnen Wochenfrist gewesen. Mitte Juni hatten fast ein Dutzend Kreise und Darmstadt in dieser Hinsicht eine weiße Weste gehabt.

          Andererseits sind alle kreisfreien Städte und Kreise mit Blick auf die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz weit entfernt von der kritischen Marke. Sie steht bei 50. Sollte sie erreicht werden, könnten die Behörden bestehende Lockerungen wieder zurücknehmen. Derzeit weist das Sozialministerium allenthalben einstellige Werte aus. Diese Inzidenz bemisst sich an den neuen Fällen unter 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

          Fünf Landkreise kommen auf eine Eins. Den höchsten Wert, eine Neun, weist die Stadt Offenbach aus. Die wenigsten Infizierten hat seit März der Vogelsberg (125) gemeldet, die meisten Frankfurt (1850). Um bei der Sieben-Tage-Indizenz auf 50 zu kommen, müsste die größte hessische Stadt binnen Wochenfrist 350 neue Fälle melden; zuletzt sind es aber nur 55 gewesen.

          Maske und Abstand bleiben angezeigt

          Hessens Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) hat derweil vor weiteren Lockerungen in der Corona-Pandemie an diesem Mittwoch die Menschen wegen der Gefahr einer zweiten Welle zur Vernunft aufgerufen. „Auf Maske und Abstand werden wir auf absehbare Zeit nicht verzichten können“, sagte Klose am Dienstag in Erbach im Odenwald zum Auftakt seiner Sommerreise. Sie seien das „schärfste Schwert“ im Kampf gegen die Pandemie. Der Odenwald-Kreis war zu Beginn der Corona-Krise einer der am stärksten betroffenen Kommunen in Hessen.

          Nach Angaben des Landkreises gab es damals nicht nur zahlreiche Touristenbusse, die Menschen aus dem Infektions-Hotspot im österreichischen Ischgl zurückbrachten, auch sei sehr viel in Altheimen auf das Virus getestet worden.

          Zum Auftakt seiner Sommerreise besuchte Klose den Gesundheitsdienst im Odenwald-Kreis. Zum öffentlichen Gesundheitsdienst zählen die mehr als 20 Gesundheitsämter landesweit. Zu den Aufgaben gehört es unter anderen, Gesundheitsgefahren für die Menschen im Land abzuwehren und übertragbaren Krankheiten vorzubeugen oder sie zu bekämpfen. In Hessen können von Mittwoch an wieder Patienten in Krankenhäusern, Rehakliniken und Behinderteneinrichtungen besucht werden.

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