https://www.faz.net/-gzg-aien2

Katastrophen-Management : Die Sorge vor dem Blackout

  • -Aktualisiert am

Für den Notfall gerüstet: Hessen ist robuster aufgestellt als andere Bundesländer Bild: dpa

Terror, extreme Wetterlagen und Ausfall der Stromversorgung. Ist Hessen gewappnet für größere Katastrophen? Auch die Rekrutierung für Ersthelfer ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung.

          5 Min.

          Als der damalige Bundesinnenminister Thomas de Mai­zière den Deutschen 2016 ans Herz legte, sich zur Vorbereitung auf mögliche Krisen Notvorräte anzulegen, ergoss sich eine Welle von Häme und Kritik über ihn. Für zehn Tage sollten die Bürger in Kellern, Schränken oder unter dem Bett Proviant einlagern, riet der CDU-Politiker. Panikmache wurde ihm daraufhin vorgeworfen, er schüre Ängste in der Bevölkerung und betreibe „Verunsicherungspolitik“. De Mai­zière hielt dagegen: Terrorismus sei nur eine denkbare Bedrohung. Aufgrund der Klimaveränderungen müsse auch verstärkt mit Naturkatastrophen wie Überflutungen, lokal auftretendem Starkregen oder Tornados gerechnet werden. Nach den verheerenden Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen mit fast 200 Toten sind die Forderungen des früheren Bundesinnenministers ak­tueller denn je.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) sieht jedenfalls Grund ge­nug, sich besser auf mögliche Ausnahme­situationen vorzubereiten. „Wir müssen achtsam sein, nicht furchtsam“, sagt er. „Und wir müssen das Bewusstsein dafür wecken, dass eigene Vorsorge etwas Selbstverständliches ist, dass in der Krise nicht nur der Staat verantwortlich ist.“ De Maizière riet 2016, für den Notfall einen auf zehn Tage angelegten Vorrat an Wasser und Lebensmitteln zu Hause anzulegen, zudem Kerzen, Taschenlampen und ausreichend Batterien bereitzuhalten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Sie sieht das Ansteckungsrisiko auch für Dreifachgeimpfte: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek

          Virologin Ciesek warnt : „Ansteckungsrisiko so hoch wie nie“

          Die Infektionszahlen sind so hoch wie nie. Die Gefahr einer Ansteckung rückt damit näher, warnt die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. Doch die neuen Quarantäneregeln für Geboosterte passen nicht dazu.
          Ventil eines Großkonflikts: Stück einer russischen Gaspipeline bei Boyarka bei Kiew

          Sanktionen gegen Russland? : Erdgas-Alarm wegen Putins Aufmarsch

          Im Konflikt mit Russland um die Ukraine rechnen deutsche Politiker mit Lieferausfällen bei russischem Gas. Fachleute sagen: Europa kann sich Ersatz schaffen. Es könnte allerdings teuer werden.