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Beratungsstelle : 2000 Kriminalitätsopfer suchen Hilfe

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Wichtige Beratungsstelle für Betroffene: Hilfesuchende sind Opfer sexueller oder häuslicher Gewalt. Bild: dpa

Opfer eines Gewaltverbrechens oder einer anderen Straftat leiden oft lange - körperlich und psychisch. Das Land hat nun die Unterstützung für Hilfeeinrichtungen aufgestockt.

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          Die Hilfeeinrichtungen für Kriminalitäts-Opfer in Hessen beraten jedes Jahr rund 2000 Menschen. „Mehr als 80 Prozent kommen aus dem Bereich der Gewaltdelikte“, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch in Darmstadt bei der Eröffnung einer solchen Beratungsstelle für Südhessen. „Die Opfer sind oft nicht nur körperlich verletzt, sondern auch traumatisiert.“ Die Opferhilfevereine mit ihren geschulten Mitarbeitern seien Anlaufstellen für professionelle Beratung und Unterstützung. Sie begleiten auch Opfer und Zeugen durch belastende Gerichtsverhandlungen und kümmern sich um Angehörige von Betroffenen.

          Viele Hilfesuchende seien Opfer sexueller oder häuslicher Gewalt und rund zwei Drittel Frauen, sagte Christoph Gebhardt vom Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland. „Wir haben aber die ganze Bandbreite der Kriminalität“, sagte der Psychologe, pensionierte Frankfurter OLG-Richter und Vorstand des Vereins. „Man unterschätzt manchmal, wie unheimlich schmerzhaft es sein kann, Opfer eines Betrugs zu sein.“ In der Beratung reichten manchmal schon zwei bis drei Gespräche, andere Kriminalitäts-Opfer bräuchten jahrelange Unterstützung. Traumatisierte Menschen würden an spezialisierte Psychologen weitergeleitet.

          Größte Beratungsstelle in Frankfurt

          Die erste Beratungsstelle dieser Art wurde 1984 in Hanau eröffnet, die größte ist in Frankfurt. Seit Anfang dieses Jahres gibt es auch eine Hilfeeinrichtung für Betroffene in Fulda. Der Verein „Darmstädter Hilfe“ zählt zudem Anlaufstellen in Gießen, Hanau, Kassel oder Wiesbaden auf. Etwa die Hälfte der Kosten übernehme das Land, sagte Gebhardt. Der Rest stamme aus Zuweisungen der Gerichte, Staatsanwaltschaften und Spenden.

          Mehr als eine Millionen Euro und damit so viel wie noch nie habe Hessen 2017 für den Opfer- und Zeugenschutz ausgegeben, sagte Kühne-Hörmann. Um kriminelle Wachstumsfelder wie die Kinderpornografie im Internet schärfer zu bekämpfen, will die Landesregierung unter anderem Anbahnungsversuche von Erwachsenen stärker bestrafen. Über den Gesetzentwurf werde der Bundesrat voraussichtlich im Frühsommer beraten.

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