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Fernverkehr in Hessen : Gedanken auf der Autobahn

  • -Aktualisiert am

Auf den Autobahnen werden dringend mehr Stellplätze für Laster gebraucht, damit die Fahrer die Beschleunigungsspuren nicht blockieren. Bild: Maximilian von Lachner

Das hessische Verkehrsministerium möchte die Situation auf den Autobahnen verbessern. Es gibt zu wenige Stellplätze, obwohl diese zwingend notwendig sind.

          Nicht nur auf hessischen Autobahnen sind so viele schlechte und in manchen Fällen geradezu wahnsinnige Autofahrer unterwegs, dass man sich immer wieder wundert, warum nicht mehr passiert. Nachdenklich machte zu Anfang des Jahres auch die große Kontrolle der Polizei auf Rastanlagen. Von 1200 Lastwagenfahrern hatten 190 Alkohol getrunken, 79 sogar so viel, dass sie nicht weiterfahren durften. Vor allem osteuropäische Fahrzeugführer fielen unangenehm auf.

          In diesem Zusammenhang steht eine aktuelle Auskunft des hessischen Verkehrsministeriums. Danach ist es unstrittig, dass es an den hessischen Autobahnen zu wenig Stellplätze für Laster gibt. Sie sind aber dringend nötig, damit die Fahrer die Beschleunigungsspuren nicht blockieren und sich in den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten wirklich ausruhen können. Außerdem wird viel Platz benötigt, damit die Stellplätze nicht so unübersichtlich werden, dass sich Unfälle und Verbrechen häufen. Das ist in Hessen besonders wichtig. Nirgendwo sonst in der Republik ist die Verkehrsbelastung stärker.

          Wildes Parken beenden

          Die Erklärungen des Verkehrsministeriums geben keinerlei Anlass, auf eine baldige durchgreifende Lösung zu hoffen. 110 zusätzliche Stellplätze hier, platzsparende Parkregeln dort, das war es auch schon. Dass man so nicht wirklich weiterkommt, sehen wohl auch die Fachleute in dem von Tarek Al-Wazir (Die Grünen) geleiteten Haus. Sie betonen darum das globale Ziel, „Verkehre auf der Straße zu vermeiden“.

          Wenn sie sich aber nicht vermeiden lassen? In der schwarz-grünen Koalitionsvereinbarung heißt es immerhin: „Wir wollen Lkw-Parkplätze an Autobahnen ausbauen und verbessern, um wildes Parken auf Standstreifen und in Einfahrten zu beenden.“ In dem Vertrag steht auch: „Wir wollen das freiwillige Amphibienschutzprogramm an Landstraßen fortführen.“ Da kann man nur hoffen, dass der zuständige Minister die Prioritäten richtig setzt.

          Ausbau von Raststätten nicht einfach

          Der Ausbau der Raststätten ist zwar nicht allzu kostspielig, aber dennoch nicht so einfach, wie es klingt. Die Auseinandersetzungen im Raum Limburg zeigen, wie kritisch manche Gemeinde am Rande der Strecke den Bau oder die Erweiterung von Rastanlagen sieht. Dabei spielt sogar die Furcht vor der Ausbreitung der Prostitution eine Rolle.

          Im Transitland Hessen ist also viel zu tun. Angesichts der verheerenden Eindrücke, die man gerade in der Ferienzeit auf den Autobahnen sammelt, wächst der Wunsch, dass die Landesregierung in dieser Sache eine größere Entschlossenheit an den Tag legen möge.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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