https://www.faz.net/-gzg-agnbj

Programme für Straftäter : Mit Sima gegen den Rückfall

  • -Aktualisiert am

Ein Justizbeamter steht an den Sicherheitszäunen der Justizvollzugsanstalt Frankfurt (Symbolbild). Bild: dpa

Hessen hat seine Bewährungshilfe umgestellt und nun die Daten ausgewertet. Sie sprechen für das neue Verfahren – die Zahl der Täter, die wieder straffällig wurden, ist gesunken.

          3 Min.

          Der Hessischen Landesregierung ist es gelungen, die Rückfallquote von Gewaltstraftätern spürbar zu verringern. Möglich wurde dies durch die Umstellung der Bewährungshilfe, die unter Bewährung stehende Täter nun individuell nach der Risikowahrscheinlichkeit eines Rückfalls betreut. Das hat Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch mit dem Direktor der Kriminologischen Zentralstelle, Martin Rettenberger, mitgeteilt und konstatiert, dass diese Entwicklung ein Erfolg für die Sicherheit des Landes sei. Seit 2017 setzt die Bewährungshilfe in Hessen das Sicherheitsmanagement II (Sima II) ein, um Rückfälle bei Gewalttätern möglichst zu verhindern. Die Ergebnisse des Programmes hat nun die Kriminologische Zentralstelle untersucht.

          „Das ist ein ziemlich gutes Ergebnis für uns“, sagte die Justizministerin zu der Evaluation, die in drei Jahren wiederholt werden soll. Die Aussagen der Studie ermöglichten es zudem, nachzusteuern und Sima II weiter zu verbessern, so die Ministerin weiter. Es gehe darum, wie die Bewährungshilfe noch professioneller betrieben werden könne, bei einer Tätergruppe, die eine Gefahr für die Gesellschaft darstelle. Von Februar 2019 bis Januar 2021 hatte die in Wiesbaden angesiedelte Zentralstelle untersucht, welche Auswirkungen die neue Bewährungshilfe auf diese Straftäter hat. Dabei verglichen die Wissenschaftler in der Studie 1307 Probanden, die mit Sima II betreut wurden, und weitere 1307 verurteilte Täter, die vor Einführung des Programmes von der Bewährungshilfe vor einem Rückfall bewahrt werden sollten. Neben den Aussagen der beteiligten Bewährungshelfer, die sich laut Rettenberger überwiegend zufrieden äußerten, wurde die Zuverlässigkeit der Risikoprognosen überprüft. „Wir wissen, dass die Prognosen Rückfälle vorhersagen können“, sagte Rettenberger. Je höher die Prognose einen Rückfall einschätze, desto wahrscheinlicher sei es, dass dieser auch geschehe.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Demonstranten knien in Frankfurt vor einer Polizeikette

          Impfgegner und Anthroposophie : Höhere Einsichten dank Rudolf Steiner?

          Nach eigener Einschätzung verfügen sie über Spezialwissen, das allen anderen abgeht. Die Milieus der Anthroposophen und der „Querdenker“ haben viele Berührungspunkte. In der Pandemie macht das vieles schwerer.
          Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach wird mit einer Flüssiggasheizung kombiniert.

          Nachhaltig Wohnen : Unruhe unter Dämmern

          Die Dämmstoffindustrie ist alarmiert. Bauminister rücken von der einseitigen Ausrichtung an der Gebäudedämmung ab. Die Koalitionäre in Berlin sprechen von technologieoffenen Maßnahmen. Ein Paradigmenwechsel steht an.