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Verfügbare Einkommen : Durchschnittlich 20 Prozent mehr Netto seit 2008

Mehr im Portemonnaie: Um 4000 Euro sind die Netto-Jahreseinkommen der Hessen seit 2008 gestiegen. Bild: dpa

Die verfügbaren Einkommen der Hessen sind in den vergangenen Jahren kräftiger gestiegen als im Bundesdurchschhnitt, zeigt eine neue Statistik. Allerdings hat sie ein paar Schwächen.

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          Das verfügbare Einkommen der Hessen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 4000 Euro auf zuletzt knapp 24.000 Euro pro Jahr gestiegen. Allein im Jahr 2018 habe sich das Einkommen der privaten Haushalte um 3,6 Prozent oder 830 Euro erhöht, teilte das Statistische Landesamt mit. Das war ein stärkerer Anstieg als im Bundesdurchschnitt. Zahlen für das vergangene Jahr oder für 2020 liegen noch nicht vor.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das verfügbares Einkommen berücksichtigt nicht nur Nettogehälter, also nach Abzug von Steuern und Abgaben, sondern auch Einnahmen aus staatlichen Leistungen und Versicherungen. Der Wert wird pro Haushalt berechnet, wobei in mehr als 40 Prozent der hessischen Haushalte eine einzelne Person lebt, in nur jedem fünften Haushalt gibt es noch eine Familie mit mindestens drei Angehörigen.

          Einkommen steigen schneller als Preise

          Nicht berücksichtigt wird in dieser Statistik zudem die Kaufkraft, etwa durch unterschiedlich hohe Mieten, oder die Inflation. Diese betrug von 2008 bis 2018 insgesamt rund 14 Prozent. Der Durchschnittswert sagt zwar nichts darüber aus, ob alle Haushalte gleichmäßig mehr Geld zur Verfügung haben oder bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional mehr erhielten als andere. Der Wert zeigt aber, dass die Einkommen im Schnitt stärker gestiegen sind als die Inflation.

          Zudem zeigt die Statistik den enormen Umfang der Umverteilung von Geldern durch den Staat. Durchschnittlich 30.750 Euro brutto haben die Hessen im Jahr 2018 im Schnitt kassiert. Davon zog der Staat zunächst knapp 15.000 Euro ab, zahlte davon aber wiederum mehr als 8000 Euro direkt an Bürger aus, in Form von Renten, Arbeitslosengeld oder auch Kindergeld. Den Rest verwendete der Staat für seine Aufgaben.

          Die Auswirkungen der Corona-Krise, in der mehr als eine halbe Million Hessen Kurzarbeitergeld bekommen, spiegeln sich noch nicht in dieser Statistik wieder. In früheren Wirtschaftskrisen aber war das verfügbare Einkommen nur unmerklich gesunken. 2009 etwa, dem Krisenjahr nach der Lehman-Pleite, blieb es fast konstant bei 19.510 Euro. Damals gab es deutlich weniger Kurzarbeit, aber auch einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

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