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Frühkindliche Bildung : Große Unterschiede bei den hessischen Kitas

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In Hessen sind regionale Unterschiede bei den Kitas besonders groß. Bild: dpa

Wer sein Kind gut betreut in einer Kita wissen will, sollte in Hessen womöglich den Wohnort überdenken. In keinem anderen Bundesland sind die regionalen Unterschiede bei der frühkindlichen Bildung so groß.

          In keinem Bundesland gibt es größere regionale Unterschiede in der Qualität der Kinderbetreuung in Kindergärten als in Hessen. So musste im vergangenen Jahr einer Studie zufolge eine Fachkraft im Landkreis Fulda rein rechnerisch mehr als vier Kindergartenkinder mehr betreuen als in Darmstadt.

          Generell schneidet das Land beim Personal pro Kindergarten- und Krippenkind schlechter ab als der westdeutsche Durchschnitt. Eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft kommt auf 3,9 ganztags betreute Krippenkinder. Bei den Älteren ist eine Erzieherin für 9,7 Kinder zuständig, wie die Bertelsmann Stiftung am Dienstag mitteilte.

          Unter westdeutschem Durchschnitt

          In der realen Gruppensituation können das mindestens 13, aber auch mal bis zu 16 Kinder sein, wie Anette Stein von der Stiftung erläutert. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Ländermonitor „Frühkindliche Bildungssysteme“ der Stiftung hervor. Stichtag der Datenerhebung war der 1. März 2017.

          Nach Ansicht der Autoren lässt sich die Betreuungsqualität vor allem an der Entwicklung des sogenannten Personalschlüssels ablesen. Dieser Wert ist in Hessen für Kinder ab drei Jahren etwas schlechter als im westdeutschen Durchschnitt. Hier liegt er pro Fachkraft bei 8,4 Kindergartenkindern. Optimal wären drei beziehungsweise 7,5 Kinder. Bundesweit rangiert Hessen auf Platz neun bei den Krippenkindern, also im guten Mittelfeld. Bei den Älteren belegt Hessen den elften Rang und landet im Mittelfeld.

          „Die Kita-Qualität hat sich bundesweit verbessert“

          Darüber hinaus habe sich die Situation der Kita-Leiterinnen im Land verschlechtert. 18,7 Prozent der Leiterinnen haben keine Zeit für ihre Leitungsaufgaben. Das sind mehr als sieben Prozentpunkte mehr als im westdeutschen Durchschnitt.

          „Die Kita-Qualität hat sich bundesweit verbessert - die Kluft zwischen den Ländern ist allerdings geblieben“, so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Während 2012 in Hessen und Rheinland-Pfalz beinahe gleichviele Kinder in einem Kindergarten von einer Fachkraft betreut wurden, musste im vergangenen Jahr eine Fachkraft in Hessen ein Kind mehr betreuen als im Nachbarland. In Rheinland-Pfalz kommen 8,6 Kinder auf eine pädagogische Fachkraft. Spitzenreiter sowohl im Krippen- als auch im Kindergartenbereich ist Baden-Württemberg. Schlusslicht bei den jüngeren Kindern ist Sachsen, bei den älteren Kindern Mecklenburg-Vorpommern.

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