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Wegen Anstieg der Covid-Fälle : Wiesbaden verhängt Besuchsverbot in Kliniken

Pflichtübung: Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich am Frankfurter Flughafen testen lassen. Ein positives Testergebnis wird dem jeweiligen Wohnort zugeordnet. Bild: dpa

Je weiter sich das Ende der Sommerferien entfernt, desto besser werden die Corona-Zahlen. Aus Hessen kommt am dritten Tag in Serie nur eine geringe Zahl an Neuinfektionen hinzu. Wiesbaden verschärft gleichwohl die Vorgaben.

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          Die Stadt Wiesbaden hat wegen der gestiegenen Coronavirus-Infektionen ein Besuchs- und Betretungsverbot für Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen verhängt. Allerdings gibt es einige Ausnahmen (siehe Kasten unten). Wiesbaden ist die hessische Großstadt mit den meisten Covid-19-Fällen unter 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Dies Stadt hatte deshalb in der vergangenen Woche schon Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Hessen entspannt sich die Corona-Lage dagegen in der Breite zusehends. Seit Donnerstag haben die Gesundheitsämter im Lande keinen auffallend deutlichen Anstieg der bestätigten neuen Covid-19-Fälle mehr gemeldet. Zuvor hatte Hessen über mehrere Tage mehr Neuinfektionen dem Robert-Koch-Institut angezeigt, als es dem Bevölkerungsanteil entspricht. Am vergangenen Mittwoch etwa betrug der hessische Anteil an den neuen Fällen noch rund 13 Prozent, obwohl die Hessen nur acht Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Zum Montag sind dem für die Seuchenbekämpfung zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) nur 32 Neuinfektionen bekanntgegeben worden. Das sind gut fünf Prozent der neuen bestätigten Fälle im Bund. Erfreuliches gibt es auch zu den als ausgestanden geltenden Infektionen.

          Der Rückgang hat unmittelbare Folgen für die hessische Position in der Rangliste der Bundesländer mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz. Dieser Wert ergibt sich aus den Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist. Durch den starken Anstieg war die Region zwischenzeitlich auf den zweifelhaften Spitzenplatz geklettert mit einer Inzidenz von gut 18. Nun weist das RKI nur noch 11,7 für Hessen aus. Berlin (12), Bremen (13), Baden-Württemberg (14,4) und Bayern hat das zentral gelegene Bundesland nun vor sich; die beiden südlichen Bundesländer melden zum Montag dreistellige Neuinfektionen.

          Keine neuen Daten aus Frankfurt und Wiesbaden

          Einschränkend ist zu sagen: Aus Frankfurt liegen offenbar keine neuen Daten vor; wie am Sonntag geht das RKI von 2630 Infektionen seit März aus. Diese Zahl hat auch das Sozialministerium am Sonntag in seinem Corona-Bulletin genannt. Die Mainmetropole nannte zuletzt 2646. Insofern ist eine Korrektur der RKI-Zahlen für Frankfurt am Dienstag zu erwarten. Gleiches gilt für den Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Wiesbaden, die zuletzt auch mit Dutzenden Neuinfektionen aufgefallen waren. Demgegenüber sind aus Offenbach vier neue Fälle bekannt geworden. Offenbach und Wiesbaden hatten wie das im Main-Kinzig-Kreis gelegene Hanau die Corona-Vorgaben deutlich verschärft. Die Landeshauptstadt weist mit mehr als 35 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen auf, für Offenbach nennt das RKI 22,5 als Wert.

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          Wie sich dessen ungeachtet aus den Daten des RKI weiter ergibt, ist kein weiterer Todesfall in Verbindung mit der Pandemie zu beklagen. Offiziell stagniert die Zahl bei 531. Demgegenüber geht das Bundesinstitut von fast 200 Genesenen mehr aus als noch am Sonntag. 13.400 stehen nun zu Buche. In der Folge verbessert sich die statistische Relation von ausgestandenen Infektionen zu Todesfällen weiter. Der Wert hat über Nacht die Marke von 25 überstiegen und beträgt 25,2. Das ist der höchste Wert seit Anschwellen der Pandemie im Frühjahr.

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