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Weitere Lockerung : Hessen erlaubt wieder Besuche in Altenheimen und Gottesdienste

Ausblick: Sozialminister Klose (links) und Ministerpräsident Bouffier informierten über das Thema Altenheime und Coronavirus Bild: dpa

In Hessen können Bewohner von Alten- und Pflegeheimen künftig wieder Besuch empfangen, aber unter klaren Vorgaben. Auch erlaubt das Land wieder Gottesdienste.

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          Hessen geht weitere Schritte, um das gesellschaftliche Leben in der Corona-Krise zu normalisieren. So erlaubt das Land im nächsten Monat wieder den Besuch in Altenheimen, der bisher noch untersagt ist. Auch können Kirchengemeinden und Glaubensgemeinschaften vom 1. Mai an wieder zu Gottesdiensten einladen. Dies haben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) angekündigt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Klose sagte, können Bewohner von Alten- und Pflegeheimen vom 4. Mai an einmal in der Woche eine Person für eine Stunde empfangen. Gemeint seien Angehörige und enge Bezugspersonen. „Alten- und Pflegeheime sind ein besonders gefährdeter Ort. Das ist der Grund, weshalb wir ein besonderes Besuchsverbot ausgesprochen haben“, hob er hervor. „Wir gehen jetzt in Richtung Öffnung.“ Das Land müsse aber Wert auf besondere Schutzvorkehrungen legen. Mund-Nasen-Schutz sei Pflicht, wobei mindestens eine OP-Maske nötig sei. „Wir brauchen für diese Personengruppe einen entsprechend höheren Schutz“, denn Bewohner von Alten- und Pflegeheimen seien besonders vulnerabel.

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          Ergänzend erläuterte er zur Bettenbelegung in Hessen, es habe am Montag 1364 freie Betten „über alles“ gegeben. Die Zahl der Corona-Patienten bezifferte er auf 861, davon würden 200 beatmet. In Darmstadt und umliegenden Landkreisen seien mehr als 50 Prozent der Beatmungsbetten belegt, ebenso wie in Frankfurt und Offenbach, neue Kapazitäten würden nun geschaffen. Das Land müsse schauen, ob Patienten in andere Kommunen verlegt werden müssten.

          Einkaufen nach den Gottesdiensten

          Mit Blick auf die Sonntagsöffnung des Einzelhandels sagte Klose, Geschäfte dürften fortan von 13 bis 18 Uhr Kunden bedienen. Bisher konnten Geschäfte während der Corona-Krise seit der zweiten Märzhälfte ohne diese Beschränkung öffnen. Mit der neuen Regelung verlegt das Land die Einkaufsmöglichkeiten auf die Zeit nach den Gottesdiensten. Die Gottesdienst-Besucher müssten den Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Teilnehmern beachten. Gemeinden müssten Desinfektionsmittel bereitstellen und dürften keine Kollektenkörbe umlaufen lassen.

          Bouffier sagte mit Blick auf die nächste Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Länderchefs, sie müssten gemeinsam schauen, wie die bisherige Öffnung wirkt. „Wir werden reden müssen über die Themen, über die wir das letzte Mal schon geredet haben, also etwa den Handel.“ Da gehe es um die umstrittene 800-Quadratmeter-Regel: „Am Ende steht die Frage, lassen wir die Quadratmeterzahlen weg und beschäftigen uns nur mit den Abständen?“ Der Ministerpräsident sagte, Hessen habe sich sauber verhalten mit Blick auf die Verabredung mit den anderen Länderchefs und der Kanzlerin. Denn bei 801 Quadratmeter beginne der großflächige Handel, das sei baurechtlich so geregelt.

          Auch werde es in der Runde um die Gaststätten gehen. Das Thema sei „jeden Tag auf der Pfanne“. Gleiches gelte für die Künstler. „Wie erhalten wir Strukturen?“, sei die Frage auch in diesem Fall. In Sachen Kindertagesstätten sende die Bundesregierung höchst unterschiedliche Signale aus. Da müsse möglichst eine gemeinsame Linie her. Der Sport rücke ebenfalls wieder ins Blickfeld. Auch für eine Reihe von Dienstleistungen wie Nagelstudios sei eine Perspektive nötig. Bouffier dämpfte aber die Erwartung, dass alles schon am Donnerstag geregelt wird. Er verwies auf die nächste Runde am 6. Mai.

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