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Windenergie in Hessen : Die Grünen in Wald und Wind

  • -Aktualisiert am

Mit einem Positionspapier fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Hessen von der Landesregierung deutlich mehr Einsatz beim Ausbau der Windenergie (Symbolbild). Bild: dpa

Die Klimadebatte beschert den Grünen gute Wahlergebnisse. Doch in Hessen werden im großen Stil Waldflächen gerodet, um dort zusätzliche Windparks zu installieren.

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          Die Grünen schwimmen immer noch auf einer großen Welle der Sympathie. Doch es werden Stimmen laut, die dazu nicht passen. „Derzeit wird das Land Hessen seiner Verantwortung nicht gerecht“, stellen Sprecher der Schülerbewegung „Fridays for Future“ fest. Sie bemängeln, dass in der ersten Jahreshälfte in Hessen „exakt null Windkraftanlagen in Betrieb genommen“ worden seien. Von den Grünen in Regierungsverantwortung erwarten sie mehr.

          Auch der Verband der kommunalen Unternehmen äußert sich kritisch. Er fordert die Landesregierung auf, bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windkraft zu schaffen. Tatsächlich haben die grünen Minister Tarek Al-Wazir und Priska Hinz das Regierungspräsidium in Darmstadt massiv unter Druck gesetzt, um möglichst viele Genehmigungen für Windräder zu erwirken. Es liegt also nicht an ihnen, dass der Ausbau der Windenergie ins Stocken geraten ist. Die Ursache scheint vor allem das Auslaufen der finanziellen Förderung durch das nationale Erneuerbare-Energien-Gesetz zu sein.

          Waldrodung für Windparks

          Daneben zeigt sich ein geradezu paradox wirkendes Phänomen. Die Klimadebatte beschert den Grünen zwar gute Wahlergebnisse. Sie verträgt sich aber nicht mit dem Ausbau der Windenergie. So beklagt die Landesregierung beispielsweise die jetzt entstandenen großen Kahlflächen in den hessischen Wäldern. Die Schäden bewirken, dass die Leistungsfähigkeit der Natur als Speicher von Treibhausgasen deutlich zurückgeht. Gleichzeitig aber werden im großen Stil Waldflächen gerodet, um dort zusätzliche Windparks zu installieren.

          Man forste ja wieder auf, sagt Umweltministerin Hinz. Ist das ihr Ernst? Darüber vergehen Jahrzehnte. So viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Das Klimaschutzprogramm, das die Grünen auf der Bundesebene gerade beschlossen haben, trägt aus guten Gründen die Überschrift „Handeln. Jetzt!“ Das Waldsterben wirft ein Schlaglicht auf die Zielkonflikte zwischen den Anliegen des Naturschutzes und jenen des Klimaschutzes.

          Und während sich abzeichnet, dass schon die gegenwärtigen Klimaschutzziele kaum zu erreichen sind, beschließt die Öko-Partei eine Verschärfung. So geraten die Akteure zwischen die Fronten. Die politische Konstellation und die inhaltlichen Schwierigkeiten ergeben eine doppelte Herausforderung.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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