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Autonome Tarife : Hessen bleibt auf dem Sonderweg

Verdi will fünf Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten erreichen und droht mit Warnstreiks. Bild: Maximilian von Lachner

Für die 45.000 Bediensteten des Landes Hessen wird derzeit über die künftigen Bezüge verhandelt. Der hessische Alleingang in der Tarifpolitik findet kein Ende. Zudem erschweren viele Unterschiede eine Rückkehr.

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          Ein bisschen ist es wie bei Asterix. Alle Bundesländer verhandeln gemeinsam mit den Gewerkschaften über die Bezüge ihrer Angestellten. Alle Bundesländer? Nein! Ein einziges Bundesland geht seinen eigenen Weg: Hessen. Es war der damalige hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU), der im Jahr 2004 ankündigte, Hessen wolle eine eigene Tariflandschaft entwickeln, unabhängig von dem, was in anderen Bundesländern geschehe. Ein Schritt, der damals viel Protest hervorrief – vor allem die Gewerkschaften mochten nicht recht glauben, dass die eigenständige Topographie wirklich so viel vorteilhafter aussehen werde als die im Rest der Bundesrepublik. Die Rückkehr Hessens in die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, sie zählte über Jahre zu den immer wieder erhobenen Forderungen, auch der Opposition im Landtag.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Nach der jüngsten Landtagswahl schien die Rückkehr dann tatsächlich nahe. CDU und Grüne verständigten sich in ihrer Koalitionsvereinbarung auf den Satz, man werde mit der Tarifgemeinschaft der anderen Bundesländer diskutieren, ob und wie das Land Hessen in diese Organisation zurückkehren könne.

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