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Hessen : Bis zu 1500 Schüler für Islamunterricht

  • -Aktualisiert am

Allah im Unterricht. Bild: Schoepal, Edgar

Kultusministerin Nicola Beer (FDP) erwartet keine Schwierigkeiten bei der zum Beginn des nächsten Schuljahres geplanten Einführung islamischen Religionsunterrichts.

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          Kultusministerin Nicola Beer (FDP) erwartet keine Schwierigkeiten bei der zum Beginn des nächsten Schuljahres geplanten Einführung islamischen Religionsunterrichts. „Es ist alles im Zeitplan, es gibt keinerlei Problempunkte“, sagte die Ministerin am Donnerstag im Schulausschuss des Landtags. Die beiden muslimischen Verbände, die den Unterricht erteilen werden, der Landesverband der türkischen Moscheengemeinschaft Ditib und die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, rechneten mit zusammen knapp 1500 Schülern ihrer Glaubensrichtungen.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie Beer berichtete, hat Ditib die Zahl von rund 1200 Schülern gemeldet, es sei jedoch noch unklar, ob das durchweg in diesem Jahr zu Einschulung anstehende Kinder seien und ob sie wirklich alle der türkischen Moscheengemeinschaft angehörten. Von der Ahmadiyya-Gemeinde seien 264 Kinder ermittelt worden, aber auch hier handele es sich möglicherweise um Mädchen und Jungen verschiedener Jahrgänge. Verbindliche Anmeldungslisten würden voraussichtlich im April vorliegen, kündigte die Ministerin an. Sie rechne damit, dass sich die Zahlen bis dahin noch etwas verringern würden. Erst dann werde sich zeigen, an welchen Schulen in Hessen islamischer Religionsunterricht erteilt werde und wo wegen einer zu geringen Zahl von Schülern möglicherweise schulübergreifende Angebote nötig seien.

          25 Schulen

          Das neue Fach werde vom 1.August an in maximal 25 Grundschulen beginnend mit den ersten Klassen sukzessiv aufgebaut, so dass nach vier Jahren alle Grundschüler islamischen Religionsunterricht erhielten. Vorgesehen sei eine Mindestgruppengröße von acht Kindern, teilte Beer mit. Der Unterricht werde von Muslimen mit einer staatlichen Lehrerlaubnis, in deutscher Sprache und nach staatlichen Curricula erteilt. Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Rande der Ausschusssitzung, dass Religionslehrerinnen beim Unterricht grundsätzlich ein Kopftuch tragen dürften, nicht aber auf den Gängen oder auf dem Schulhof. Weder Ditib noch Ahmadiyya erwarteten allerdings ein Kopftuch bei den Lehrenden.

          Die 25 Schulen mit bekenntnisorientiertem islamischem Religionsunterricht würden in enger Absprache mit Ditib und Ahmadiyya ausgewählt, erläuterte die Ministerin. Eine ausreichende Zahl von qualifizierten und von den beiden Religionsgemeinschaften akzeptierten Lehrkräften werde vorhanden sein. Derzeit nehmen nach Angaben des Kultusministeriums 21 muslimische Lehrer, die schon im Schuldienst und verbeamtet sind, aber bisher andere Fächer unterrichten, an einem Weiterbildungskurs für islamische Religion teil, der die Lehrbefähigung für die Klassen 1 bis 6 zum Ziel hat. An der Universität Gießen studieren zudem knapp 60Frauen und Männer seit zwei Semestern islamische Religionspädagogik.

          Von den rund 1200 von der Ditib bisher avisierten Islamschülern entfallen nach Angaben von Beer 25 auf Frankfurt, 20 auf Offenbach, 23 auf Darmstadt, einer auf Wiesbaden und 81 auf Kassel. In den Kreisen mit den meisten Schülern ergibt sich folgendes Bild: Bergstraße 46, Offenbach-Land 150, Darmstadt-Dieburg 27, Wetterau 77, Waldeck-Frankenberg 50, Groß-Gerau 103, Marburg-Biedenkopf 96, Kassel-Land 40, Odenwald 37, Waldeck-Frankenberg 50, Lahn-Dill 60.

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