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Kultur in Hessen : Besucher unterstützen Theater in der Corona-Krise

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Auch Staatstheater Wiesbaden freute sich über die Unterstützung der Besucher (Archivbild). Bild: Michael Kretzer

Kultur ist den Hessen wichtig: So wichtig, dass viele Theaterbesucher auf die Rückerstattung ihrer Karten verzichtet haben. Der Intendant des Staatstheaters Kassel appellierte an die Behörden, die Corona-Regeln für die Theater zu lockern.

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          Hessens Theater und Opern haben in der Corona-Krise erhebliche finanzielle Unterstützung von ihrem Publikum erhalten. Die Zuschauer hätten Geld gespendet oder auf Rückzahlungen von Tickets ausgefallener Vorstellungen verzichtet, berichten mehrere Kultureinrichtungen. An der Oper Frankfurt sind nach Angaben eines Sprechers durch den Verzicht der Rückerstattung mehr als 110.000 Euro zusammengekommen.

          Die Theaterleitung des Staatstheaters Wiesbaden bedankt sich ebenfalls beim Publikum: „Einige Kartenkäufer haben seit März 2020 auf die Erstattung des Kartenpreises ihrer gekauften Karten verzichtet und den Betrag gespendet.“ So seien bislang 18.800 Euro zusammengekommen. „Dieser Beweis, dass unser Publikum ihr Hessisches Staatstheater Wiesbaden und alle Mitarbeiter so großzügig unterstützt, hilft einem über viele tägliche Hindernisse und Probleme hinweg“, sagte Intendant Uwe Eric Laufenberg.

          Mehr Zuschauerplätze nötig 

          Das Staatstheater Kassel habe bisher auf eine offizielle Spendenaktion verzichtet, erklärte Intendant Thomas Bockelmann. Denn auch ohne habe das Publikum dem Theater die Treue gehalten. „Unsere Zuschauer haben zu zwei Dritteln auf Rückzahlungen verzichtet.“ Eine Summe nannte das Staatstheater nicht. Zudem sei die Zahl der sonst üblichen Abokündigungen zum Spielzeitende deutlich zurückgegangen.

          Bockelmann schloss nicht aus, dass eine Spendensammlung noch nötig werden könnte: Angesichts einbrechender Einnahmen und sinkender Steuereinnahmen für Städte und das Land Hessen werde es in den kommenden Jahren schwierig werden. Bockelmann appellierte an die Behörden, die Corona-Regeln für die Theater zu lockern.

          Statt maximal ein Viertel müsse man wieder die Hälfte der Plätze im „Schachbrettmuster“ wie bei den Salzburger Festspielen besetzen können. Dann könne man den meisten Abonnenten wieder einen Platz in jeder Vorstellung garantieren, sagte Bockelmann.

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