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Türkischer Moscheenverband : Hessen beendet Kooperation mit Ditib bei Islam-Unterricht

Islamunterricht in Hessen: keine Kooperation mehr mit Ditib Bild: dpa

Der Moscheeverband Ditib ist zu nah am türkischen Staat, als dass er weiterhin Religionsunterricht in Deutschland anbieten könnte - mit dieser Begründung beendet Hessen die Kooperation.

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          Die hessische Landesregierung beendet die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib beim islamischen Religionsunterricht. Vom Ditib-Landesverband über den Ditib-Bundesverband und die türkische Religionsbehörde Diyanet führe eine Linie zur Regierung in Ankara, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. Deshalb werde die Kooperation mit Ditib ausgesetzt.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Vom nächsten Schuljahr 2020/2021 werde der bekenntnisorientierte muslimische Religionsunterricht nur noch mit dem kleineren Partner Ahmadiyya erteilt, sagte Lorz. Außerdem werde das Land den Islamkundeunterricht in eigener Verantwortung, der bisher als Modellversuch eingeführt wurde, ausbauen. Dafür würden die in der Kooperation mit Ditib eingesetzten Lehrer fortgebildet.

          Lorz sagte, die Regierung habe sich bewusst entschieden, die 2012 eingegangene Partnerschaft nicht zu widerrufen, sondern auszusetzen. Somit bestehe die Möglichkeit für Ditib, seine Strukturen zu ändern. Den Ausschlag für die jetzige Entscheidung habe die politische Entwicklung in der Türkei seit dem Putschversuch 2016 gegeben.

          Der Moscheeverband hatte vorab angekündigt, juristisch gegen ein Ende der Kooperation vorzugehen. Das Risiko einer Klage bestehe, gab Lorz zu. Er hoffe aber, dass der Ditib-Landesverband Einsicht zeige und davon Abstand nehme. Der Gesprächsfaden solle erhalten bleiben. Ditib komme, grundlegende strukturelle und politische Änderungen vorausgesetzt, langfristig wieder als Kooperationspartner in Frage.

          Ditib hat auf das Ende der Zusammenarbeit mit dem Land beim islamischen Religionsunterricht mit scharfer Kritik reagiert. Die Entscheidung sei enttäuschend und ein falsches und fatales Zeichen, erklärte Ditib Hessen am Dienstag in Frankfurt. Die vorgebrachten Vorwürfe des Kultusministeriums seien nicht haltbar.

          Mit dem Aus des bekenntnisorientierten Religionsunterrichts werde es den Kindern und Jugendlichen an einem schulisch unterwiesenen Lebensweltbezug fehlen, der die Lebens- und Glaubenswirklichkeit von ihnen aufgreift und auch emotionale Komponenten berücksichtigt. Der Landesverband werde nun zeitnah mit den beteiligten Kooperationspartnern das Gespräch suchen und keine Mühen scheuen, den Religionsunterricht zu erhalten.

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