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Hessen weit entfernt von 35 : Astra-Zeneca-Impfstoff nicht mehr nur für Klinikärzte

Nun auch für medizinisches Personal aus der zweiten Priorisierungsgruppe: Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca Bild: EPA

Hessen liegt nun bei der zentralen Corona-Kennziffer unter dem Bund. Die für Lockerungen wichtige „neue 50“ bei der Inzidenz gerät aber aus dem Blick. 41.000 Impftermine sind schon umgebucht.

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          Hessen wendet von Ende dieses Monats an den Impfstoff von Astra-Zeneca auch bei Ärzten und anderem medizinischem Personal an, die nicht der sogenannten höchsten Priorisierungsgruppe angehören. Bisher sind im wesentlichen Klinikpersonal sowie Angehörige der Rettungsdienste damit geimpft worden, die beide zur höchsten Priorisierungsgruppe zählen, wie es in Wiesbaden heißt. Nach Angaben des Landes erhält am 27. und 28. Februar sowie eine Woche später medizinisches Personal unter 64 Jahren in den Impfzentren den Astra-Zeneca-Impfstoff. „Es handelt sich hierbei um bis zu 80.000 Personen, die von diesem Angebot Gebrauch machen können.“ Grundsätzlich ist das nun auch für Personen aus der Priorisierungsgruppe 2 vorgesehen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei geht es um „Schutzimpfungen mit hoher Priorität“. Zu dieser Gruppe gehören etwa Menschen über 70, Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung, Transplantierte oder auch Ordnungskräfte, die während Einsätze einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben in Hessen gut 5700 Personen bisher den Astra-Zeneca-Impfstoff bekommen.

          41.000 Termine umgebucht

          Senioren über 80 Jahre nehmen von der Möglichkeit der Umbuchung ihres Impftermins rege Gebrauch. Wie das Innenministerium der F.A.Z. mitteilt, haben sich 41.000 Personen schon einen früheren Termin für die erste vorbeugende Spitze gegen das Coronavirus über die Hotline 116117 oder die Internetseite des Impfservice besorgt. Das seien 55 Prozent der in Frage kommenden Senioren. Seit Samstag können Impflinge umbuchen, sofern sie bisher vom 22. März an eingeplant sind.

          Derweil kommt Hessen bei beiden Impfquoten, bei der Erst- wie der Zweitimpfung, im Ländervergleich nicht vom Fleck und liegt weiter hinten. Bei der Erstimpfung schneidet nur Brandenburg schwächer ab.

          Derweil führen die Folgen des schönen Wetters zur Fragen, wie es um den Infektionsschutz in der Öffentlichkeit steht. Diese Vorhersage darf gewagt werden: Auch zu Wochenbeginn wird es am Frankfurter Mainufer und in den Parks in Rhein-Main wieder voll werden angesichts des Sonnenscheins und der frühlingshaften Temperaturen. Es dürfte wohl auch wieder eng werden. Ob jeder auch den nötigen Abstand halten wird? Die Erfahrungen vom Wochenende lassen das Gegenteil erwarten. Etwaige Folgen für das Infektionsgeschehen werden erst in einigen Tagen zu sehen sein. Der jüngste Anstieg der zentralen Corona-Kennziffer in Hessen und Rhein-Main ist auf Ansteckungen vor etwa einer Woche zurückzuführen, als es auch tagsüber noch frostig war. Seitdem ist die Inzidenz leicht gestiegen.

          Dass der Wert, der die binnen Wochenfrist eingelaufenen neuen Fälle unter 100.000 Einwohnern, in Hessen neuerdings unter dem Durchschnitt im Bund liegt, ist ein schwacher Trost: Mit 59,7 gegenüber 61 rangiert er ziemlich weit entfernt von der Marke 35. Dieser Schwellenwert ist aber wichtig, denn nach den Vorgaben des vergangenen Corona-Gipfels soll es erst dann namhafte Lockerungen geben, wenn die Inzidenz sieben Tage in Folge unter 35 liegt. Das kann in Hessen weiter nur die Stadt Kassel von sich behaupten.

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