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Corona-Pandemie in Hessen : Alle Kreise und Großstädte mit Neuinfektionen binnen Wochenfrist

Testergebnis: Das Coronavirus lässt sich mit einem Rachenabstrich oder in einer Blutprobe durch Antikörper nachweisen. Bild: dpa

Nach 40 am Vortag haben die hessischen Gesundheitsämter einstellige Corona-Neuinfektionen gemeldet. Weniger schön: Alle Landkreise und Großstädte haben binnen sieben Tagen neue Fälle gemeldet.

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          Über das Wochenende hat es auch den Landkreis Marburg-Biedenkopf erwischt: Zwei neue Covid-19-Fälle sind dort gemeldet worden. Zuvor war dieser mittelhessische Kreis der einzige in Hessen ohne Neuinfektionen binnen Wochenfrist gewesen. Mitte Juni hatte es in dieser Hinsicht in diesem Bundesland noch ganz anders ausgesehen. Seinerzeit stand für fast ein Dutzend Kreise und die Stadt Darmstadt mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz, das sind die Neuinfektionen unter 100.000 Einwohner binnen Wochenfrist, mangels neuer Fälle noch die Null. Kein Kreis und keine Großstadt ohne Neuinfektionen innerhalb einer solchen Zeitspanne, das hatte es einer ersten Recherche zufolge zuletzt Mitte Mai und davor Anfang Mai gegeben.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die gute Nachricht: Kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt kommt derzeit bei der Sieben-Tage-Inzidenz auch nur in die Nähe der kritische Marke 50. Allenthalben hat das Hessische Sozialministerium zuletzt einstellige Zahlen gemeldet. Sieben Kreise weisen eine Eins auf, vier weitere eine Zwei, Gleiches gilt für die Stadt Kassel und Wiesbaden. Sollte in einem Kreis oder einer Großstadt die Marke 50 erreicht werden, könnten bestehende Lockerungen wieder zurückgenommen werden. Neue Daten dazu sind im Laufe des Nachmittags gekommen. Sie bestätigen aber die jene vom Vortag.

          100 weitere Genesene

          Die niedrigen Inzidenzzahlen sind eine Folge der seit Wochen zweistelligen und damit überschaubaren Neuinfektionen, die die Gesundheitsämter täglich melden. Zum Sonntag waren 40, zum Wochenbeginn sind nur sieben bekannt geworden. Das kann aber auch an möglichem Meldeverzug liegen. Alle Infektionen seit März summieren sich auf 11.169. Laut Robert-Koch-Institut ist kein weiterer Todesfall bekannt geworden in Verbindung mit der Pandemie. Es bleibt demnach bei 514.

          Gestiegen ist die Zahl der Genesenen. Laut RKI sind es 100 mehr und folglich insgesamt 10.300. Rechnerisch kommen 20 Genesene auf ein Corona-Opfer. Wochenlang lag das Verhältnis bei etwa 19,5. Es hat sich also verbessert.

          Mit Blick auf die Genesenen ist stets Folgendes zu beachten: Wie das hierzulande für die Seuchenbekämpfung federführend zuständige RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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