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Henninger-Turm in Frankfurt : Das Fundament aus einem Guss

Der Beton fließt in Strömen: 30 Stunden lang muss für die Betonplatte des neuen Turms flüssiger Baustoff in die Baugrube gepumpt werden. Bild: Wonge Bergmann

30 Stunden lang muss der Beton in die Grube strömen. Pausenlos, denn nur so kann ein vernünftiges Fundament für den Henninger-Turm entstehen. Ein kurzer Abstecher auf die Baustelle in Sachsenhausen.

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          Dreieinhalb Meter tief steht die graue Brühe in der Baugrube. Sonnenbrillen und Autoschlüssel sollte man besser gut festhalten. Denn was einmal in die zähe Pampe fällt, ist für immer verloren. Das Betonieren der Bodenplatte für den neuen Henninger-Turm, der als Wohnhochhaus im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen wiederaufersteht, ist ein großes Spektakel. Seit 7 Uhr früh, fließt der Beton in Strömen, pausenlos, 30 Stunden lang. Ein Betonmischer nach dem anderen bahnt sich den Weg vom Betonwerk im Osthafen zur Baustelle am Hainer Weg. Ohne Unterlass kreisen die 50 Lastwagen, denn der stete Betonfluss darf nicht abreißen. Andernfalls würde der Beton zu früh hart, und es würden sich Risse bilden. „Der Betonkörper muss monolithisch sein. Sonst dringt Wasser ein“, sagt Roger Schmitt, Projektleiter des Bauunternehmens Züblin.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es dauert nur ein paar Minuten, bis ein Lastwagen eine der 700 Ladungen abgeliefert hat, die zum Gießen der Bodenplatte nötig sind. Drei Betonpumpen verteilen mit ihren langen grünen Auslegern die Masse gleichmäßig unter dem Stahlgitter in der Grube. Dann kommen die Rüttler zum Einsatz, die wie Mixstäbe die Masse verquirlen und verdichten. Heute Mittag soll die Platte fertig sein, auf der in zweieinhalb Jahren das 140 Meter hohe Hochhaus stehen wird. Zwar ist der Beton erst in 90 Tagen komplett ausgehärtet, aber der Bau kann schon am Montag weitergehen. Im Kopf von Alexander von Arnim entsteht schon die Fassade: „Wir sind gedanklich schon ein Jahr weiter“, sagt der Geschäftsführer der WPV Baubetreuung GmbH.

          Ende des Jahres soll der Rohbau schon zehn Geschosse hoch aus der Baugrube ragen. Der Bauherr Actris baut den Henninger-Turm, der dem abgerissenen Getreidesilo der Brauerei ähneln wird, wieder auf. Wer eine der Wohnungen erwerben will, muss dafür zwischen 5000 und 8000 Euro je Quadratmeter zahlen. Ende 2016 sollen die ersten Bewohner einziehen können - 71 der 207 Wohnungen sind bisher verkauft. Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, am Mittwoch wird feierlich der Grundstein gelegt. „Wir sind sogar ein bisschen zu schnell“, sagt Jörg Janson, Projektleiter der Actris. Nebenan auf dem Henninger-Areal hat das Unternehmen unterdessen mit dem Bau des Quartiers „Stadtgärten“ begonnen. Insgesamt entstehen so 1000 Wohnungen.

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