https://www.faz.net/-gzg-7j90d

Helaba-Studie : Banken bauen wieder Stellen ab

  • -Aktualisiert am

„Place to be“: Inmitten des Bankenviertels. Bild: dapd

Die Landesbank Hessen-Thüringen erwartet den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in Frankfurter Banken. Jedoch sind große Kündigungswellen wie in London und New York ausgeblieben.

          Seit Anfang des Jahres bauen die Frankfurter Kreditinstitute wieder verstärkt Arbeitsplätze ab. Erstmals seit Anfang 2010 ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche im ersten Quartal 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wieder um mehr als zwei Prozent zurückgegangen, wie aus einer gestern veröffentlichten Studie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hervorgeht. Demnach arbeiteten zuletzt 62250 Frauen und Männer in den Banken der Stadt. Nach einer Umfrage unter den größten Kreditinstituten erwartet die Landesbank, dass die Zahl bis Ende 2015 weiter auf dann 61300 Bankbeschäftigte sinkt.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Große Kündigungswellen wie in London und New York sind in der Mainmetropole ausgeblieben, da hier das besonders hart getroffene Investmentbanking weniger stark vertreten ist und mehr Geschäfte mit Unternehmen und Privatkunden gemacht werden. Nach Angaben der Helaba liegt die Zahl der Bankangestellten derzeit nur vier Prozent unter dem Höchststand von Mitte 2008, als mehr als 64500Banker gezählt wurden. In der darauf folgenden Hochphase der internationalen Finanzkrise war die Zahl der Bankangestellten in Frankfurt von Ende 2008 bis Mitte 2010 um 2500 zurückgegangen, dann aber wieder gestiegen.

          Frankfurt sei „place to be“ für Geschäfte

          Als Gründe dafür, dass Banken bald wieder Mitarbeiter eingestellt haben, nennt die Helaba die gestiegenen Anforderungen an das Risikomanagement und größeren Aufwand durch mehr Regulierung. 2012 erreichte die Zahl der Beschäftigten zeitweise wieder 63800. „Erst zu Beginn des aktuellen Jahres setzte wieder ein signifikanter Stellenabbau ein, so dass zuletzt wieder das Beschäftigungsniveau von Mitte 2010 erreicht wurde“, heißt es in der Studie. Das dürfte vor allem an den Sparprogrammen der Großbanken liegen. So will etwa die Commerzbank bis Ende 2016 ihre Mitarbeiterzahl im ganzen Konzern um rund 5200Vollzeitstellen verringern. Auch einige Auslandsbanken verkleinern ihre Frankfurter Einheiten.

          Gleichzeitig verzeichnet die Helaba aber auch einen Zuwachs an internationalen Akteuren innerhalb der vergangenen beiden Jahre. Von dem „europaweiten Langfristtrend einer spürbar sinkenden Institutszahl“ sei die Mainmetropole nicht betroffen. Sie sei für viele der „place to be“, um Geschäfte in Deutschland und den umliegenden Ländern zu machen, heißt es in der Studie. Zur Jahresmitte 2013 hätten 223Finanzinstitute einen Hauptsitz in Frankfurt gehabt, drei Viertel davon seien ausländischer Herkunft, gut zehn Prozent der Bankangestellten arbeiteten in diesen Häusern. Trotz Personalabbaus hier und dort komme eine Aufgabe des hiesigen Büros für die meisten nicht in Frage.

          Die größten Arbeitgeber unter den Banken in Frankfurt sind die Commerzbank mit 13300 Mitarbeitern in der Stadt, die Deutsche Bank (9700), die DZ-Bank (5900) und die Helaba (5000).

          Weitere Themen

          Offen, frei, flexibel

          Frankfurter Ausstellungshalle : Offen, frei, flexibel

          Die Frankfurter Ausstellungshalle in der Sachsenhäuser Schulstraße ist seit 20 Jahren ein Ort der Künstler. Auch derer, denen der Durchbruch versagt blieb.

          Ein Wahrzeichen kehrt zurück

          Wiederaufbau des Goetheturms : Ein Wahrzeichen kehrt zurück

          Vor rund zwei Jahren brannte der Frankfurter Goetheturm ab, was bei der Bevölkerung große Bestürzung auslöste. Nun hat der Magistrat der Stadt den Wiederaufbau beschlossen – für mehr als 2,4 Millionen Euro.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Die Union hat in Dresden die Kohle im Blick

          Union und Kohleausstieg : „Es gilt das, was vereinbart ist: 2038“

          Die Verunsicherung unter den Bergleuten war groß, als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jüngst einen Ausstieg aus der Kohle 2030 ins Spiel brachte. Annegret Kramp-Karrenbauer verspricht nun, am Kohle-Ausstiegstermin 2038 nicht mehr zu rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.