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Trotz Wachstums Stellenabbau geplant : Helaba-Vorstand zeigt sich selbstbewusst

Über Ostern sollen die letzten Daten zur Übernahme der WestLB auf die Rechner der Helaba übertragen werden. Bild: dpa

Die Landesbank Hessen-Thüringen hat die Übernahme von Teilen der gescheiterten WestLB in Düsseldorf gut verkraftet. Der Vorstand strotzt vor Selbstbewusstsein.

          Diesmal kam Hans-Dieter Brenner ganz ohne markige Worte aus. Eine führende Sparkassenzentralbank in Deutschland wolle man werden, hatte der Vorstandsvorsitzende der Landesbank Hessen-Thüringen vor Jahresfrist angekündigt. Diesmal ließ er einfach Zahlen sprechen. Die Helaba hat das Konzernergebnis vor Steuern wie auch nach Steuern 2013 gehalten, und sie wird an ihre Träger, darunter ist das Land Hessen, eine Dividende ausschütten, die sich sehen lassen kann. Und das in Zeiten niedriger Zinsen und in einer Phase, in der das Frankfurter Kreditinstitut eine Herkulesaufgabe lösen musste: die Übernahme eines wesentlichen Teils der WestLB in Düsseldorf, die nach ihren Scheitern abgewickelt wird.

          Ergebnis vor und nach Steuern
          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf Nordrhein-Westfalen hat denn auch den Jahresabschluss der Helaba für 2013 noch einmal maßgeblich geprägt. 420 der 6300 Mitarbeiter des Konzerns arbeiten an dem neuen Standort in Düsseldorf. Die Integration ist weitgehend abgeschlossen, über Ostern sollen die letzten Daten auf die Rechner der Helaba übertragen werden.

          Stellenabbau geplant

          Nicht nur in Nordrhein-Westfalen macht die Helaba jetzt Geschäfte, sondern auch in Brandenburg. Denn die dortigen Sparkassen waren zuvor von der WestLB betreut worden. Darum geht es auch vor allem in den beiden Bundesländern: die Sparkassen als Kunden zu gewinnen. Denn zwischen den öffentlich- rechtlichen Landesbanken und den öffentlich-rechtlichen Sparkassen besteht eine Art Arbeitsteilung: Was das einzelne Kreditinstitut am Ort überfordert, womit es sich verheben würde, das sollen die übergeordneten Häuser übernehmen. Die Zusammenarbeit liegt nahe, zumal die Verbände der Sparkassen in Hessen, Thüringen und neuerdings eben auch in Nordrhein-Westfalen zu den Trägern, vulgo Eigentümern, der Helaba zählen. Aber ein Zwang besteht nicht. Brenner konnte aber erfreut berichten, dass sich die Zusammenarbeit mit den Häusern im dazugewonnenen Geschäftsgebiet inzwischen fast genauso gut gestalte wie mit den Sparkassen im Stammgebiet Hessen und Thüringen.

          Ertragsentwicklung im Geschäftsjahr 2013

          Durch den Standort Düsseldorf ist die Helaba größer geworden, doch zugleich sieht sich das Kreditinstitut gezwungen, seinen Personalbestand zu reduzieren. Eilig hat man es damit aber nicht. Im Frühjahr 2012 hatte Brenner den Abbau von 450 Stellen angekündigt, vollzogen werden soll dies erst bis Ende 2015. Zugleich werden mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen, so dass der Abbau saldiert sogar etwas geringer ausfallen wird. Mehr Arbeit hat die Helaba nicht zuletzt durch die immer neuen Vorschriften und Kontrollen, eine Folge der Finanzkrise. Brenner, sonst für zurückhaltende Formulierungen bekannt, sprach von einem „Regulierungs-Tsunami“ und einer „regulatorischen Kostenlawine“.

          Für dieses Jahr erwartet der Bankchef einen geringeren Gewinn als 2013. Damit bestätigte Brenner das Bild eines überaus vorsichtigen Bankers, das er seit Jahren abgibt. Denn zugleich sagte er auch, dass das erste Quartal 2014 durchaus gut gelaufen sei.

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