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Kunde heimischer Kräuter : Was ist giftig und was ist essbar?

Kräuter für alle: Gabriele Eichler (rechts) erklärt, was in Flörsheim wächst und schmeckt. Bild: Samira Schulz

Der Wilde Dost erinnert an Oregano, und der Natternkopf darf nicht in die Grüne Soße. Ein Kräuterspaziergang im hessischen Flörsheim.

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          An der Gedenktafel geht es erst um Hexen und dann um den Wilden Dost. Als die Gruppe sich der Wand mit den Dutzenden Namen nähert, bleibt Gabriele Eichler stehen und blickt in die Runde. Die Heilpraktikerin kennt die Tafel schon, weil sie den Kräuterspaziergang in den Feldern bei Flörsheim vorbereitet hat. „Das hat mich ganz besonders berührt, weil ich damals auch dabei gewesen wäre.“ Die Namen auf dem Denkmal gehörten Frauen und Männern aus Flörsheim, Weilbach und Wicker, die zwischen 1595 und 1630 als Hexen und Zauberer verurteilt, vertrieben oder an dieser Stelle verbrannt wurden.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dafür brauchte es einen Vorwand. Eine aus der Gruppe weiß Bescheid. „Manche Frauen kannten sich aus mit Abtreibung, das war der Kirche gar nicht recht.“ Eichler, eine Frau mit schulterlangem, weißblondem Haar, bückt sich und pflückt einen Zweig Wilden Dost. Als hätte die Teilnehmerin das geahnt, gehört der lila blühende Verwandte von Oregano und Majoran zu den „Abtreibungskräutern“. Eichler warnt: „In der Schwangerschaft soll man ihn nicht verwenden.“ Ansonsten eigne er sich frisch zum Würzen.

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