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Heidenrod : Bürger beteiligen sich an Windpark

  • -Aktualisiert am

Gewinnträchtig: Windräder in Heidenrod Bild: Marcus Kaufhold

In Heidenrod sollen auch die Bürger vom Windpark der Kommune profitieren können. Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich rund 1.000 der 3.500 Haushalte an dem Projekt beteiligen werden. Doch welchen Vorteil bietet das für die Heidenroder?

          Vom Windpark an der Bäderstraße soll nicht nur Heidenrod als Kommune profitieren. Vielmehr sollen auch die einzelnen Bürger die Chance bekommen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Deshalb hat nun die Gemeindevertretung beschlossen, vier Prozent der Anteile an der Windpark Heidenrod GmbH zu verkaufen. Sie sollen an eine Genossenschaft gehen. Vereinbart ist, dass auch der andere Windpark-Gesellschafter, die Süwag Grüne Energien und Wasser GmbH, sechs Prozent der Anteile an die Genossenschaft verkauft.

          Gemeinde und Süwag besäßen dann jeweils noch 45 Prozent der Anteile am Windpark; die Genossenschaft käme auf zehn Prozent. Bislang hält die Gemeinde 49, Süwag besitzt 51 Prozent. Heidenrod rechnet sich aus, mit dem Verkauf von vier Prozent der Anteile bis zu 960.000 Euro einzunehmen. Grundlage für die Annahme ist eine Unternehmensbewertung. So kam eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Ergebnis, dass das Eigenkapital der Windpark-Gesellschaft zum 1. Januar 2016 rund 24 Millionen Euro wert sein wird.

          Nicht jeder darf Genosse werden

          Die zehn Prozent der Anteile mit einem Gegenwert von 2,4 Millionen Euro sollen an eine Genossenschaft verkauft werden, die entweder schon besteht oder sich aus der Bürgerschaft heraus neu gründet. Man erwarte, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen Angebote von Genossenschaften einträfen, sagte Bürgermeister Volker Diefenbach (SPD). Vor dem Verkauf soll es öffentliche Informationsveranstaltungen geben.

          Gemäß einem früheren Beschluss der Gemeindevertretung darf Genosse nur werden, wer seit mindestens einem halben Jahr mit Hauptwohnsitz in Heidenrod gemeldet ist. Die Mindestbeteiligung soll 500 Euro betragen. Nach oben soll es keine Grenze geben, man will aber die Einzeltranchen auf 5.000 Euro limitieren und die Beteiligungen in mehreren Durchläufen ausgeben, um möglichst viele Interessenten teilhaben zu lassen.

          Windpark-Beteiligung mit ideellem Charakter

          Die Summe von 2,4 Millionen Euro höre sich zwar nach viel an, sagte Diefenbach. Doch schätzt er, dass sich rund 1.000 der 3.500 Heidenroder Haushalte beteiligen werden. Das ergäbe pro Haushalt nur eine Beteiligung von im Schnitt 2.400 Euro. „Es geht also nicht um riesige Summen“, machte er deutlich. Er misst dem Projekt der Bürgerbeteiligung „eher ideellen Charakter“ bei.

          Bürger bekämen die Chance, sich am Windpark zu beteiligen und sich damit zu identifizieren. Die Heidenroder sollen aber auch anderweitig von dem Projekt profitieren; denn die als arm geltende Gemeinde will die ihr zustehende Dividende dazu nutzen, um auf Abgabenerhöhungen zu verzichten. Die Gemeindevertreter haben zudem die Änderung des Bebauungsplans „Am Galgen“ auf den Weg gebracht. Die Naturenergie Heidenrod GmbH, Betreiberin eines Biomassekraftwerks, will eine Halle zur Zwischenlagerung von Grünschnitt bauen. Die Halle soll für vier Tage den Bedarf an Biomasse decken, überdies soll das organische Material hier vortrocknen. Die Änderung des Plans ist nötig, weil der Standort der Halle aus logistischen Gründen noch einmal verändert wurde.

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