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Heftige Kritik an Irmer : „In einer Reihe mit Hetzparolen“

  • Aktualisiert am

Wieder ein Protest: Wegen einer Aussage zur Homosexualität ist der CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer abermals in die Kritik geraten. Bild: dpa

Der CDU-Abgeordnete Irmer steht wegen seiner Äußerungen über Homosexualität im Kreuzfeuer der Kritik. Hessens Landesschülerrat boykottierte bereits die Zusammenarbeit mit dem CDU-Bildungsexperten.

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          Die abfälligen Äußerungen über Homosexualität des Bildungsexperten der hessischen CDU-Fraktion, Hans-Jürgen Irmer, haben heftige Proteste beim grünen Koalitionspartner und der Opposition ausgelöst. Irmer hatte in der „Frankfurter Neuen Presse“ am Montag gesagt: „Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anderes geregelt.“

          Die SPD sprach von unerträglichen Aussagen. „Die Worte von Herrn Irmer stehen leider in einer Reihe von Hetzparolen, die er bereits in der Vergangenheit gegenüber Homosexuellen geäußert hat“, betonte der Parlamentarische Geschäftsführer Günter Rudolph.

          SPD fordert Konsequenzen

          Die Linken sprachen von Hass, den der CDU-Politiker durch seine wiederholten menschenverachtenden Äußerungen gegen Muslime, Homosexuelle, Roma und Sinti schüre. Trotzdem genieße er offenbar Narrenfreiheit, kritisierte die Fraktionsvorsitzende Janine Wissler.

          Linke und SPD forderte die Grünen auf, auf diese Aussagen aus den Reihen des Koalitionspartners zu reagieren und endlich Konsequenzen einzufordern. Bleibe Irmer bildungspolitischer Sprecher der CDU, dann sei die Vereinbarung im schwarz-grünen Koalitionsvertrag zum Thema „Gleichstellung verwirklichen“ zum Scheitern verurteilt.

          Mehr als normal

          Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Angelika Dorn, erklärte: Im Koalitionsvertrag mit der CDU sei vereinbart worden, dass das Bündnis in allen Lebensbereichen stärker für die Akzeptanz von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität sorgen wolle. „Diesem Ziel haben alle Abgeordnete von CDU und Grünen mit Annahme des Koalitionsvertrags zugestimmt.“

          „Wenn zwei Menschen - egal ob homo- oder heterosexuell - einander lieben und füreinander Verantwortung übernehmen, ist es nicht nur normal, sondern auch gut so“, betonte Dorn. „Nicht ganz so normal ist es, wenn einzelne das auch im Jahr 2014 immer noch nicht akzeptieren können.“

          Der Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Holger Bellino, versicherte, dass selbstverständlich auch in diesem Punkt der Koalitionsvertrag gelte. „Wir werden diese Thematik mit der notwendigen Sensibilität angehen und innerhalb der Legislaturperiode umsetzen. Das wird auch Herr Irmer mittragen.“ Irmer selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

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