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Akademisierung der Pflege : Am liebsten auf Augenhöhe mit den Ärzten

  • -Aktualisiert am

Theorie und Praxis: Anke Kampmann will an der Frankfurt University of Applied Sciences einen Masterabschluss in Pflege erwerben. Bild: Wonge Bergmann

Dass angehende Pflegekräfte studieren, ist in Deutschland noch die Ausnahme. Nach und nach soll sich das ändern. Den Anfang machen die Hebammen – auch in Frankfurt.

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          Am Ende eines Semesters korrigiert Anke Kampmann die Hausarbeiten ihrer Kinder – und die Kinder korrigieren ihre. Die Krankenschwester ist nach Jahren in der Praxis noch einmal an die Hochschule gegangen. „Ich habe beim Versorgen der Patienten gemerkt, dass etwas fehlt“, sagt die 50 Jahre alte Frau. Alle zwei Wochen fährt Anke Kampmann für zwei Tage von Trier nach Frankfurt. An der University of Applied Sciences macht sie seit einem Jahr ihren Master in Advanced Practice Nursing. Nebenbei arbeitet sie weiter als Krankenschwester auf einer kardiologischen Station im Brüderkrankenhaus Trier.

          Kampmann versucht, so viel Hochschulwissen wie möglich in die Praxis zu übertragen. Mit dem Satz „Wir haben das schon immer so gemacht“ gibt sie sich nicht mehr zufrieden. „Ich erkenne Probleme und verschenkte Ressourcen jetzt eher“, sagt Kampmann. Kollegen, die ihr Studium anfangs noch kritisch beäugt hätten, seien inzwischen beruhigt. Denn Anke Kampmann und andere studierte Pflegekräfte verschwinden nicht plötzlich hinter Aktenbergen oder landen alle in der Forschung.

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