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Toter bei Disko-Schlägerei : Hauptangeklagter bestreitet Schläge vor Gericht

  • Aktualisiert am

Muss sich verantworten: Einer der insgesamt drei Angeklagten im Prozess um die Schläge in einer Frankfurter Diskothek im Gespräch mit seinem Verteidiger Bild: dpa

Der Hauptangeklagte schlägt sein Opfer nach einem Streit in einer Frankfurter Diskothek - das Opfer stirbt. Jetzt muss sich der 39 Jahre alte Mann vor dem Frankfurter Landgericht verantworten.

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          Rund anderthalb Jahre nach dem tödlichen Streit in einer Frankfurter Diskothek hat der Hauptangeklagte im Prozess die folgenreichen Schläge bestritten. Der 39 Jahre alte Mann muss sich seit Freitag zusammen mit zwei weiteren Männern vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Von dem Hauptangeklagten sollen die tödlichen Schläge im Mai vergangenen Jahres nach einem Streit mit dem 41 Jahre alten Opfer ausgegangen sein. Ihm wird deshalb Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

          Am ersten von neun geplanten Prozesstagen sagte der Hauptangeklagte, er habe lediglich von einer körperlichen Auseinandersetzung in dem Tanzlokal etwas mitbekommen und einen der daran beteiligten Männer herausgezogen. Danach habe er sich umgedreht und von den weiteren Geschehnissen nichts mehr mitbekommen: „Ich habe nicht getreten und nicht geschlagen“.

          Kein Tötungsvorsatz festgestellt

          Die Auswirkungen des Streits, nach dem das spätere Opfer ins Koma gefallen war, habe er erst am kommenden Tag aus den Medien und bei einem Grillfest erfahren. Zu seiner Mitgliedschaft in einem Boxklub „Die Osmanen“ und einem möglichen Zusammenhang mit der Auseinandersetzung in der Disco wollte der Angeklagte keine Angaben machen. Auch einer der beiden anderen Angeklagten soll in Verbindung mit dem Klub gestanden haben.

          Die beiden 26 und 31 Jahre alten Mitangeklagten stehen lediglich wegen Körperverletzung sowie Beteiligung an einer Schlägerei vor Gericht. Sie räumten ein, einen weiteren Diskothekengast, nicht aber das spätere Todesopfer geschlagen zu haben. Der Gast habe sich provokant verhalten. Die Staatsanwaltschaft konnte bei keinem der Angeklagten einen Tötungsvorsatz feststellen, die Männer sind alle auf freiem Fuß.

          Die Schwurgerichtskammer steht nun vor einer umfangreichen Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugenvernehmungen und Gutachten. Vorläufig reicht die Terminplanung bis Mitte Februar.

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