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Fixkosten nicht tragbar : Neues Museum nicht zum Nulltarif

  • -Aktualisiert am

Nach langem Warten starten die Bauarbeiten für das Schokoladenmuseum in Hattersheim (Archivbild). Bild: Cornelia Sick

Nach den Umplanungen kann der Geschichtsverein die Fixkosten des Schokoladenmuseums in Hattersheim nicht mehr selbst tragen. Nun stehen die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, das Stadtleben zu bereichern.

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          Die Vorzeichen für das neue Aushängeschild in Hattersheim sind klar: Wenn nach zehn Jahren Irrungen und Wirrungen endlich 2023 das neue Schokoladenmuseum eröffnen soll, muss die Stadt ihren finanziellen Beitrag leisten. Die Umplanungen, zu denen der Verzicht auf Restaurant und den großen Veranstaltungssaal gehören, tragen dazu bei, dass dem historischen Verein jegliche Möglichkeit genommen wird, Einkommen zu erzielen, um die Betriebskosten zu bestreiten. Allein durch den Verkauf von Tickets lässt sich kein Museum finanzieren, da können die Ehrenamtlichen noch so viel selbst leisten. Es wird ein beträchtlicher Betrag an Fixkosten übrig bleiben, für den es derzeit noch keinen Finanzierungsvorschlag gibt.

          Das gesamte Projekt stand von vornherein auf tönernen Füßen – es glaubte selbst von den Befürwortern keiner so recht, dass sich ein Museum tatsächlich aus der Vermietung eines Veranstaltungssaals finanzieren lasse. Diese Verträge wurden schöngerechnet und in einer Zeit geschlossen, als die Stadt unter dem Schutzschirm des Landes Hessen stand und das Projekt den Stadtverordneten schmackhaft gemacht werden musste. Glücklicherweise nagt die Stadt nach der erfolgreichen Ansiedelung von Rechenzentren inzwischen nicht mehr so sehr am Hungertuch.

          Angegrautes Image

          Die politisch Verantwortlichen stehen deshalb in der Pflicht und müssen die Mittel aufbringen, um das Stadtleben zu bereichern. Mit Zeugnissen aus dem Leben des Rotorenerfinders Anton Flettner, den Funden zu keltischen Spuren im Stadtgebiet und nicht zuletzt der Geschichte rund um die frühere Sarotti-Schokoladenfabrik hebt sich das Hattersheimer Projekt deutlich ab von einem üblichen Heimatmuseum. Geschickt präsentiert, könnte die neue Kulturstätte Besucher aus der gesamten Region anziehen. Diese Chance sollten die Hattersheimer nicht verspielen.

          Letztendlich war die große zeitliche Verzögerung des Vorhabens zumindest für eines gut: Es gibt unterdessen wieder Handlungsspielräume im Hattersheimer Haushalt. Zwar kann sich das traditionelle Arbeiterstädtchen wirtschaftlich noch nicht mit Eschborn vergleichen, aber bei der Ansiedelung von modernen Technologieunternehmen spielt Hattersheim vorne mit – eine Investition in ein Schokoladenmuseum mit Außenwirkung wäre somit gut angelegtes Geld für das immer noch etwas angegraute Image.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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