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Rettung für Haselmaus : Auf der Spur der angeknabberten Nüsse

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Seltener Anblick in Hessen: Eine junge Haselmaus knabbert an einem Kürbiskern. Bild: Picture-Alliance

Wer im Wald angeknabberte Nüsse findet, könnte der seltenen Haselmaus auf der Spur sein. Doch der Naturschutzbund Hessen ist alarmiert, denn der possierliche Nager ist stark gefährdet.

          In Hessen beginnt jetzt die Suche nach Nüssen. Bis Ende Januar ermuntert der Naturschutzbund Hessen (Nabu) mit Sitz in Wetzlar Schulklassen, Kindergruppen und Familien in Wald und Flur Ausschau zu halten nach angeknabberten Haselnüssen. Denn damit will der Nabu der scheuen Haselmaus auf die Spur kommen. Das mit Schwanz kaum zehn Zentimeter lange Tier wird selten entdeckt. Das liegt nicht nur daran, dass die Haselmaus besonders klein ist.

          Auch ihre Verbreitung ist gering. Zudem lebt die Haselmaus, die eigentlich gar keine Maus ist, sondern als kleine Verwandte des Siebenschläfers zur Familie der Bilche gehört, im Verborgenen und bewegt sich fast geräuschlos. Um dieser stark gefährdeten und europaweit unter Schutz stehenden Spezies besser auf die Spur zu kommen, findet also eine Art Nuss-Jagd als Suchaktion statt. Anhand von Fraßspuren lässt sich die Haselmaus am ehesten nachweisen. Die Bissspuren können mit einer Bestimmungshilfe, die sich im Internet findet, identifiziert und zur sicheren Analyse an den Nabu gesendet werden.

          Der Nabu möchte mit Unterstützung vieler Helfer eine detaillierte Verbreitungskarte der Haselmaus in Hessen erstellen. Sie soll dazu dienen, dieser Tierart Lebensräume zu erhalten und neue auszuweisen. Bei früheren Aktionen waren deutlich mehr als 100 Vorkommen entdeckt worden, was aber laut Nabu für eine detaillierte Kartierung von Verbreitungsgebieten noch nicht reicht.

          Die Haselmaus hält bis zu sieben Monate Winterschlaf. Als Nistplätze sucht sie sich vor allem schwer zugängliche Baumhöhlen, in denen sie zwischen Juni und September Nachwuchs zur Welt bringt. Weil sie in Baumkronen lebt und den riskanten Weg über den Boden fast immer meidet, lässt sie sich meist nur indirekt nachweisen – etwa mit Hilfe von Zahnabdrücken an Nüssen. Informationen zu der Aktion unter www.nussjagd-hessen.de.

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